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YouTube sperrt alle Musikvideos

YouTube hat bis auf Weiteres alle Musikvideos seiner Partner aus dem Angebot genommen. Damit reagiert das Videoportal auf die Auseinandersetzung mit der Verwertungsgesellschaft Gema. Die Tochtergesellschaft von Google steht schon seit Jahren in einem Streit um Zahlungen für Musikvideos von Künstlern, die von der Gema vertreten werden.

Bis März dieses Jahres gab es eine vertragliche Einigung. Bisherige Gespräche ergaben allerdings keine Lösung, auf die sich beide Parteien hätten einigen können. Nach Berichten von Focus Online verlangt die Gema neben einer Vergütung von einem Cent pro Videoabruf, auch eine größere Transparenz über die Nutzung des Repertoires der vertretenen Künstler.

Für die Muttergesellschaft Google ist der Vorschlag nicht angemessen, da eine solche Vergütung den kostenlosen Service von YouTube zu einem Verlustgeschäft für Google machen würde und fünfmal teurer ist als in Großbritannien, dem größten Musikmarkt in Europa. Auch wenn Google und Gema betonen, dass man an einer gütigen Einigung interessiert ist, sieht es momentan noch nicht so aus, als wäre das schnell zu realisieren.

Dazu kommen noch die Lizenzverhandlungen die YouTube mit den Labels führen muss. Hier sind erst kürzlich die Verhandlungen mit Warner Music geplatzt. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die von YouTube eingesetzte Filter Software zur Löschung der Musikvideos von Warner, auch privat eingestellte Videos von Nutzern, in denen diese Songs ihrer musikalischen Idole nachsingen oder nachspielen, ebenfalls gelöscht wurden. Leidtragende sind in diesem Fall die Nutzer, zumindest solange sich die Labels und die Gema nicht mit YouTube beziehungsweise Google einigen können und Musikvideos gesperrt bleiben.

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