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WeTab-Geschäftsführer tritt nach selbst verfassten Bewertungen zurück

Vor einem halben Jahr war die Ankündigung eines deutschen Tablet-PCs mit dem Namen WeTab durch alle Medien gegangen – es folgten zahlreiche Unregelmäßigkeiten und Verwirrungen, und jetzt musste auch noch Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen von seinem Posten zurück treten, nachdem bekannt wurde, dass er unter falschem Namen positive Bewertungen zu seinem Gerät auf Amazon veröffentlicht hatte.

Das Bild, das seine Firma nun abgibt, passt jedoch zu den Entwicklungen in den vergangenen Monaten, auch die Reaktionen der Öffentlichkeit nach den ersten Tests des WeTabs waren in erster Linie negativ. Dabei kann man Helmut Hoffer ein gewisses Maß an Dummheit unterstellen, schließlich waren seine 'Täuschungsversuche' derart plump, dass der Blogger Richard Gutjahr mit nur wenigen Clicks den wahren Urheber der Kommentare herausfinden konnte.

Wurde in einer ersten Reaktion noch abgestritten, folgte gestern das Eingeständnis des Geschäftsführers und der unmittelbare Rücktritt. 'Es war ein Fehler, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen.' Inhaltlich aber stehe er noch zu seinen Bewertungen, er habe sich einfach sehr über den Marktstart gefreut, und wollte dieser Freude Ausdruck verleihen.

Dazu nutzte er seinen eigenen Account, sowie den seiner Frau Sandra Hoffer von Ankershoffen – das wurde ihm jetzt zum Verhängnis. Doch das dürfte nicht das einzige Problem des WeTabs sein. Zuerst hatte das Gerät im letzten Moment kurzfristig noch einen anderen Namen erhalten und wurde von WePad in WeTab umbenannt, dann ließen seit der Markteinführung im September die schlechten Rezensionen nicht lange auf sich warten.

Insbesondere ein sehr schwaches Display, eine Akku-Laufzeit von gerade einmal 3-4 Stunden, ein unfertiges Betriebssystem und die fehlenden Apps brachten dem gemeinsamen Geschäftsmodell von Noefonie und 4tiitoo einen recht schlechten Ruf ein. Nach dem Rücktritt von Helmut Hoffer im Zuge der eigenen Bewertungen auf Amazon droht dem WeTab nun möglicherweise jetzt schon das vorzeitige Aus - eine echte Konkurrenz für das iPad wird es wohl kaum mehr werden...

Quelle: Spiegel.de
Bild: Michael Nordmeyer 1 und 2 (Flickr)

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