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Werbe-Skandal: Verärgerte Reaktionen auf Lokalisten-Werbung

Die Online-Plattform Lokalisten.de macht zur Zeit mit einer mehr oder weniger geschmacklosen Werbekampagne von sich Reden. Ein Beispiel des Werbe-Skandals: In einem Comic droht einem halbnackten Weißbart der Tod durch den Strick, da der Henker aber sein Freund ist, geschieht ihm nichts.

In neun einfachen Bildern wird der Verurteilte von seiner Zelle zum Strick geführt, wo er zusammen mit zwei anderen gehängt werden soll. Der Vollstrecker erkennt ihn aber, nimmt seine Maske ab und bindet den Mann los. Der Slogan dazu: "It´s good to have friends", die anderen beiden baumeln unbarmherzig im Hintergrund, sie hatten eben keine Freunde. Dieselbe Grundidee ist noch in vergleichbaren Ausführungen mit Kannibalen und in einer Geiselnahme umgesetzt worden. Was für den einen nun schwarzer Humor oder würziger Sarkasmus ist, ist für die meisten Konsumenten ein Werbe-Skandal. Nicht nur, dass nun an vielen Stellen Zweifel am Geschmack der federführenden Agentur DDB Berlin laut werden, auch innerhalb des Unternehmens sorgt die Werbekampagne für Stress.

Das 2005 gegründete soziale Netzwerk Lokalisten.de zählt inzwischen weit über drei Millionen Mitglieder. Seit 2008 ist die ProSiebenSat.1 Media Group Hauptgesellschafter der Lokalisten, das Tochterunternehmen SevenOne Media verwaltet die Plattform. Hier hat man von der Skandal-Werbung auch erst aus diversen Blogs erfahren und war dementsprechend etwas angefressen. Unternehmenssprecher Marcus Prosch sagte dem Branchenblatt HORIZONT: "Die Agentur hatte von uns kein Mandat." Die DDB Berlin soll also eigenmächtig gehandelt haben und dementsprechend erwarte man auch eine offizielle Entschuldigung und distanzierte sich von den Werbeplakaten im Netz.

Insider berichten allerdings, dass der Eklat durchaus auf "interne Kommunikationsprobleme" zurückzuführen sei. Außerdem besteht ja auch noch die Meinung, das es übertrieben sei von einem Werbe-Skandal zu sprechen, da aber ein Großteil der Internetnutzer eher entsetzt auf die makabere Lokalisten-Werbung reagiert hat, werden weitere Schritte wohl nicht ausbleiben.

Bild: Coloribus.com

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