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Web 2.0: Online-Soap auf MySpace

Dass die meisten bereits mehr Zeit vor dem PC verbringen als vor dem Fernseher ist vielleicht nichts neues, schließlich bietet das Internet weitaus mehr als der Fernseher. Und nun soll es im Internet auch eine Soap à la "GZSZ" geben.

Richtig gehört, es soll eine erste deutsche Seifenoper im Internet geben.
Wo? Auf MySpace.

Während es in den USA solche Web-Soaps schon lange gibt, startet in Deutschland die Offensive "Teenies auch per Soap im Internet erreichen" jetzt erst.

Vier deutsche Szene-Girls sollen also den USA-Trend zu uns bringen und Teenie-Augen am Bildschirm fesseln. Eine Soap mit tiefgründigen Dialogen und vielschichtigen Charakteren? Nach Stern.de fehlgeschlagen. Bei der Web 2.0 - Soap "They call us CandyGirls" geht es um vier Clubberinnen und ihr Leben. Liebe, Beziehungen, Intrigen und die Großstadtszene stehen hier genauso im Mittelpunkt wie knappe Outfits und klischeehafte Dialoge.

Stern.de dazu: "Es erinnert alles ein bisschen an die unterirdische "Abschlussklasse"-Reihe mit der ProSieben vor einigen Jahren seine Zuschauer quälte - ein High Definition gedrehter Nonsense."

Also nichts neues, bis auf die Tatsache, dass das alles auf dem Online-Netzwerk MySpace angeschaut werden soll.

Unter www.myspace.com/candygirls sind Soffy, Lola, Kira und Clementine montags und donnerstags um 10:00 Uhr zu sehen. Nach MySpace-Manier kann man natürlich auch Freund der Girls werden und Nachrichten hinterlassen. Alle vier Protagonistinnen haben ihr eigenes, fiktives Profil auf der Seite über das man auch mit ihnen chatten kann. Bereits jetzt finden sich Kommentare wie "Leider etwas zu kurz, aber die Fortsetzung folgt ja. Ich werde sicher Fan" oder "Ich bin gespannt".

Soll die Soap die miesen Zahlen von MySpace wieder gut machen, schließlich ermittelte das Marktforschungsunternehmen Nielsen für MySpace einen Reichweitenverlust im März? Nach Joel Berger, Deutschlandchef von MySpace ist dem nicht so: "Um das Wachstum der sozialen Netzwerke in Deutschland mache ich mir keine Sorgen." "They call us Candy Girls" sei keine Reaktion auf schlechtere Zahlen, sondern eine Ergänzung: "Wir wollen nicht nur ein Telefonbuch mit Bildern, sondern ein Netzwerk mit qualitativen Inhalten sein."

Ob "They call us CandyGirls" fortgesetzt wird, entscheidet nicht allein die Zahl der Zuschauer, sondern wie viele Nutzer sich neu bei MySpace anmelden, nachdem sie eine Folge gesehen haben, und ob die registrierten Nutzer durch die Serie aktiver werden.

Das Fernseherlebnis soll also sozial machen und Grenzen zwischen Realität und Fiktion aufgelöst werden, heißt es weiter auf FAZ.net. Schon vor der ersten Folge soll jedes "Candy Girl" Hunderte MySpace-Freunde gehabt haben, von denen einige tatsächlich nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden konnten. Einige Darstellerinnen sollen nämlich schon Liebesbriefe erhalten haben.

Wir sind gespannt, wie lange die CandyGirls "online" sein werden.

Bild: MySpace

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