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US-Gericht macht Druck: Twitter gibt Nutzerdaten raus

Bei Twitter scheint es mit dem Datenschutz nicht so weit her zu sein, denn ein US-Gericht forderte den Nachrichtendienst jetzt dazu auf, die Userdaten eines seiner Nutzer herauszugeben. Und Twitter tat dies tatsächlich. Es handelt sich dabei um einen Engländer, der sich gegenüber einem Stadtrat kritisch äußerte.

Der betroffene Brite heißt Ahmed Khan und ist ziemlich aufgebracht über die Vorgehensweise des Stadtrates in der englischen Stadt South Tyneside. Der Stadtrat kontaktierte ein Gericht in Kalifornien, um Twitter zur Herausgabe der Daten zu bewegen. Der Nachrichtendienst folgte der Aufforderung.

Auf Druck des Gerichts gab Twitter den Namen, die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse von Ahmed Khan heraus. Der fühlt sich jetzt wie in einer utopischen Diktatur: 'Das ist wie in 1984. Wenn ein Stadtrat solche Schritte gegen eines seiner Mitglieder einleiten kann, nur weil sie nicht gutheißen, was er gesagt hat, welche Hoffnung gibt es dann noch für die Redefreiheit und die Privatsphäre?'

Twitter hat allerdings in seinen Nutzungsbedingungen tatsächlich einen Passus stehen, der besagt, dass Userdaten herausgegeben werden können: 'Wir werden möglicherweise ihre Daten offen legen, wenn das notwendig ist, um Gesetzen, Bestimmungen oder rechtlichen Anordnungen zu entsprechen, die Sicherheit anderer Personen zu schützen oder gegen Betrug vorzugehen', heißt es da. Inwieweit Ahmed Khan gegen diese Klausel verstoßen wird, ist nicht klar. Das Beispiel des englischen Stadtrates könnte deswegen nun viele Nachahmer finden, wenn es so einfach ist, Userdaten zu bekommen.

Bild: Twitter

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