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Studie: Rassismus auch in der virtuellen Welt

Der Frage, ob virtuelle Räume a la Second Life dazu taugen, um Vorurteile und Rassismus abzubauen, ging eine Forscherteam aus Psychologen von der amerikanischen Northwestern University nach. In einer umfangreichen Studie untersuchten sie die Verhaltensschemata von Usern.

Insgesamt stellten sie fest, dass sich das soziale Verhalten nicht verändert, sobald die virtuelle Welt betreten würde. "Die Menschen zeigten dieselbe Art von Verhalten – und die selbe Art von rassistischen Vorurteilen – die sie auch in der realen Welt an den Tag legen", erklärt Paul Eastwik, Mitarbeiter der Studie.

Um dieses Verhalten aufzudecken wurden zwei Versuche in Second Life strukturiert. Eigene User wurden gestaltet, und diese sollten mit einem Ansinnen an einen fremden User herantreten – ihn also um einen Gefallen bitten. Und nach umfangreichen Versuchen zeigte sich, dass die Bereitschaft, jemandem einen Gefallen zu tun, entscheidend von der Hautfarbe und dem Geschlecht des Gegenübers abhing.

Ganze 20% willigten ein, wenn der Gegenüber hellhäutig war, magere 8% waren es nur, wenn sie einer dunkelhäutigen Person einen Gefallen erweisen sollten. "Man würde annehmen", so Eastwick zu den Ergebnissen, "dass wenn man in einem Fantasieland umherwandert, man sich anders benehmen würde. Doch diese Studie zeigt, dass die Interaktionen zwischen Fremden in der virtuellen Welt denen in der realen Welt sehr ähnlich sind." Rassismus also leider auch im Internet!

Quelle: Focus-Online
Bild: Pathfinder Linden (Flickr)

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