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Snowden-Effekt: Geschäft mit abhörsicheren Smartphones boomt

Für die Hersteller von abhörsicheren Smartphones hatte die Affäre rund um Edward Snowden einen positiven Effekt, auch "Snowden Effekt" genannt: Der Anstieg der sicheren Smartphones stieg an - doch nicht private Leute interessierten sich für die abhörbaren Kommunikationsgeräte, sondern vor allem Behörden, die nach den Enthüllungen von Snowden auf eine sichere Kommunikation setzen wollen.

Sicherheitsbedürfnis deutscher Behörden: Goldsegen für Secusmart und Telekom

Das Unternehmen Secusmart aus Düsseldorf, Hersteller von abhörsicheren Smartphones, konnte sich nach dem Verkaufsstart ihrer sicheren Geräte nicht vor Aufträgen retten. Über 23 deutsche Behörden hatten direkt nach Verkaufsstart des Handys angefragt und etwa 1.200 Geräte bestellt. Auch Anfragen aus dem europäischen Ausland sowie aus der Wirtschaft kamen rein. Das Unternehmen ist ein Gewinner des Snowden-Effekt.

Secusmart bietet abhörsichere Blackberrys an - derzeit kämpft der Telekommunikationsanbieter Blackberry allerdings um seine Existenz. Vielleicht kommt da der Snowden-Effekt zum richtigen Zeitpunkt? Jedoch ist die Technik, die das Unternehmen Secusmart einsetzt, auch mit anderen Smartphones kompatibel.

Vorerst will das Unternehmen weiterhin mit Blackberry arbeiten, da der Hersteller der Inbegriff geschäftlicher Kommunikation ist. Konkurrenz macht Secusmart die Telekom, die auch ein abhörsicheres Handy namens SiMKo 3 anbietet. Dieses basisert auf dem Smartphone Samsung Galaxy S3. Bekannt wurde das Telefon durch die Nutzung der Bundeskanzlerin Angela Merkel, weshalb das Smarthone auch den Beinamen "Merkel-Phone" erhalten hat.

Beide Unternehmen, Telekom und Secusmart, haben den Auftrag von Geheimnisträgern der Bundesbehörden sowie Ministerien erhalten, 10.000 zur Verfügung zu stellen. Ob da die 1.200 Anfragen an Secusmart enthalten sind, ist nicht bekannt. Man sieht, die abhörsicheren Smartphones haben Hochkonjunktur und die Kryptpindustrie weltweit kann sich durch die Snowden-Affaire über mehr Aufmerksamkeit und Aufträge freuen.

Dritter Anbieter: Giesecke & Devrient

Ein dritter Anbieter, der vom Snowden-Effekt profitiert und abhörbare Smartphones anbietet, ist Giesecke & Devrient. Auch die Technik der Handys des Unternehmens basiert auf der Technik von Samsung Galaxy S3. Das Unternehmen sitzt in München und hat in der Vergangenheit Sicherheitssysteme für Banknoten, Ausweise sowie Chipkarten hergestellt. Giesecke & Devrient will mit seinem Highsec Phone den ausländischen Markt sicher machen.

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