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"Serious Games" – Computerspiele mit Anspruch

Computerspiele gelten in der Regel unter Nicht-Spielern als dumm und verblödend, und nicht selten wird ihnen wohl zurecht der Vorwurf gemacht, sie würden Gewalt verherrlichen oder Schlimmeres. Eine ganz neue Seite von Videospielen aber scheint sich jetzt Bahn zu brechen – die sog. "Serious Games", Computerspiele mit Anspruch.

Die seriösen und anspruchsvolleren Games sollen gesellschaftskritischeren, weiterbildenden und politischen Themen den Weg in die Kinderstuben ebnen. Dabei sollen sie eben mehr bieten als nur puren Spaß und Zeitvertreib. Ein Beispiel für einen solchen Ansatz ist das Spiel "Food Force" der Vereinten Nationen. Bei diesem muss der Spieler hungernde Menschen mit Lebensmitteln versorgen.

Ebenso bei dem Spiel "Global Conflicts", bei dem der Spieler Teil des Nahostkonfliktes wird. Als neutraler Reporter muss er über die Auseinandersetzungen berichten und die jeweiligen Hintergründe verstehen. Noch ein anderes Beispiel kommt aus der Medizin – im Spiel "Remission" sollen krebskranke Kinder lernen, was ihre Krankheit im Körper anrichtet und wie man sie bekämpfen kann.

Allerdings stößt die Idee der anspruchsvollen Computerspiele nicht allenthalben auf große Unterstützung. So meint der Professor für technologiegestütztes Lernen und Multimedia Michael Wagner: "Es gibt gar keine "Serious Games". Videospiele können niemals ernsthaft sein. " Weiter sagt er, dass mit einem verklärenden Interpretationsvermögen sogar knallharte Egoshooter a la Counterstrike im Schulunterricht eingesetzt werden könnten.

Quelle: Focus-Online
Bild: Paul (Flickr)

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