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Online-Kino: YouTube zeigt im "Screening Room" Independent-Filme in voller Länge

Mit dem "Screening Room" startet das Videoportal YouTube eine Art Online-Kino. Geschichten von Web 2.0 Karrieren irgendwelcher witzigen Clip-Urheber gibt es inzwischen ja genug. Nun widmet sich Googles Video-Plattform den mehr oder weniger professionellen Filmemachern und eröffnet ein Online-Kino. Im "Screening Room" sollen Independent-Filme von unbekannten Regisseuren gezeigt werden, in voller Länge. Am Mittwoch startete der neue Service. Eine Redaktion wählt wöchentlich vier solcher Filme aus.

Damit wird den Filmemachern ermöglicht, ihre Werke - ähnlich einem Kino - einem größeren Publikum zu präsentieren. Tausende von Filmen bekämen schließlich nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienten. Talentierte Regisseure stecken ihr Geld in kleine Meisterwerke und niemand bekommt sie zu sehen. YouTube schafft also eine Plattform für genau solche Filmperlen und zeigt sie im "Screening Room". Das ist aber längst nicht alles. Online-Gigant Google hat auf diese Art endlich einen Weg gefunden, Profit aus YouTube´s Online-Kino zu ziehen. Die neuen Filme bedeuten neues Publikum. Die widerum sorgen für neue Werbepartner.

Nicht nur, dass man die Filmemacher an den Werbeeinnahmen beteiligt, YouTube bietet ihnen gleichzeitig eine Vertriebsmöglichkeit ihrer Filme an. Ob jedoch viele Menschen die DVD eines Films bestellen, den sie im selben Moment gratis anschauen können, bleibt fraglich. Die Bemühungen gelten auch einer Image-Kampagne, denn YouTube-Gründer Chad Hurley und Steve Chan möchten nicht mehr als "Mini-Clip-Videothek mit schlechter Qualität" gelten. So soll es in Zukunft auch den anderen Usern möglich sein, längere Clips hochzuladen. Die Ideen existieren, die Umsetzung ist wegen der enormen Daten-Mengen nicht so einfach.

Das "Forbes" Magazin vermutet, dass die Komödie "Howard Buttelman, Daredevil Stuntman" den Anstoß zum "Screening Room" gegeben hatte. Der Regisseur Francis Stokes fand über Jahre keinen Verleih für seinen Film, YouTube zeigt ihn inzwischen in voller Länger und konnte über 1,1 Millionen Zuschauer anziehen. Stokes hat inzwischen einen Vertrag beim amerikanischen "Sci-Fi Channel" unterschrieben. Das ist eine Erfolgsgeschichte, mit der man gerne wirbt. Ob sich die Träume von Geld und Ruhm auch für andere wahr machen lassen, wird sich zeigen, wenn YouTube mit dem Online-Kino "Screening Room" in Fahrt kommt.

Quelle: netzeitung.de
Bild: YouTube

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