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Online-Petition fordert Rausschmiss von Markus Lanz

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Heftiger Gegenwind für Markus Lanz: Eine Online-Petition fordert seinen Rausschmiss beim ZDF, allerdings nicht wegen der sinkenden Quoten des einstigen ZDF-Flagschiffs "Wetten, dass…?", sondern aufgrund seiner desolaten Gesprächführung während eines Interviews mit der Politikerin Sahra Wagenknecht in seiner wöchentlichen Talkshow.

Am 16. Januar 2014 begrüßte Markus Lanz nebst der stellvertretenden Vorsitzenden der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht, "Stern"-Journalist Hans-Ulrich Jörges, die Schauspieler Moritz Bleibtreu und Christian Kahrmann sowie Buchautor Philipp Möller in seiner wöchentlichen Gesprächrunde am Abend. Insbesondere Lanz und Jörges nahmen Wagenknecht zur Europapolitik der Linken beinahe ins Kreuzverhör. Lanz verhielt sich eindeutig subjektiv und blieb in seiner Funktion als Moderator nicht distanziert und neutral. Schon während der Sendung stieß dies im Publikum auf Unverständnis und Ablehnung. Kritische Tweets aus dem Studio und den heimischen Fernsehzimmern folgten umgehend.

Auf der Plattform openpetition.de startete eine Frau Müller aus Leipzig am nächsten Tag eine Online-Petition unter dem deutlich fordernden Titel: "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!" Ihrer Meinung nach sei Markus Lanz "weder fähig noch willens […], seinen Gästen gleichberechtigt Wohlwollen, Rederecht und Anstand entgegenzubringen". "Politische Neutralität" ließe der Moderator in seiner Interviewführung vermissen, seine Diskussionskultur sei "tendenziös" und solle "nicht vom Beitragszahler alimentiert werden".

Das ZDF nahm seinen Moderator in Schutz. Die Zuschauerredaktion teilte über Twitter mit, Lanz sei mit "großem persönlichen Engagement" bei der Sache gewesen. In einem Gespräch nach der Fernsehaufzeichnung unterhielten sich Wagenknecht und Lanz angeregt weiter und so nahm man beim ZDF an, Wagenknecht sei am Ende doch zufrieden mit dem Gesprächsverlauf gewesen. Die Auffassung teilte Sahra Wagenknecht allerdings nicht und dementierte am 20. Januar selbst via Twitter: "Liebes ZDF, nach dem breiten Protest gegen Markus Lanz' Gesprächsstil zu behaupten, ich sei zufrieden gewesen, ist doch etwas arg frech." Eine Entschuldigung des Fernsehsenders bei Wagenknecht folgte einen Tag später.

Noch 53 Tage steht die Online-Petition im Netz und findet offenbar reißenden Anklang bei den erbosten Zuschauern. Die Zahl der Unterstützer schnellt minütlich in die Höhe, waren es anfangs die ersten 10 000, sind es aktuell mehr als 86 500 Unterstützer. Wie das ZDF darauf reagieren wird, bleibt abzuwarten.

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