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Obama und das Internet

Auch im Internet der afroamerikanischen US-Gemeinde ist die Freude über den historischen Wahlerfolg Barack Obamas nicht zu übersehen. Schon im Vorfeld verbreitete eine engagierte Fangemeinde Slogans, Virals und Rap-Songs für den Senator aus Illinois. Jetzt, da die Arbeit von Seiten wie "TheRoot.com", "AllHipHop.com" oder "YourBlackWorld.com" endlich Früchte trägt, ist der "Change" natürlich auch im Web spürbar.

Schon vor vier Jahren hat sich Eminems Stage-DJ Green Latern zusammen mit dem Detroit-Rapper in den Wahlkampf eingemischt. Das Stück "Mosh" war böse und zynisch, konnte aber trotz explizitem Text ("Fuck Bush!") und fiktivem Aufstand im Comic-Video nicht die Wiederwahl von George W. Bush verhindern. Auch in diesem Jahr blieb er aktiv, zusammen mit Rapper Nas veröffentlichte er den 90-Sekunden-Track "Election Night" erst wenige Tage vor den Wahlen. "Das ganze Land braucht Antworten" rappt Nas und ruft dazu auf, an der Wahlurne sein Kreuzchen für Barack Obama zu machen. Schon zuvor hatte er auf seinem Album mit dem Song "Black President" dieselbe Diskussion bedient. Auch andere Musiker waren aktiv, Jay-Z, Will.i.am oder John Legend hatten längst musikalisch unterstrichen, dass sie hinter Barack Obama standen.

Die Unterstützung seitens Will.i.am

Solche und andere Wahlkampfhilfen fanden Verbreitung durch ein riesiges Netzwerk an afroamerikanischen Internetseiten und diese Seiten baden jetzt natürlich auch im Wahlerfolg des Demokraten. Auf "AllHipHop.com" ist zu lesen "Yes, we did it!" und der HipHop-Pionier Russel Simmons wird zitiert: "Viele ältere Amerikaner haben so hart und so lange dafür gekämpft, dass Senator Obama überhaupt für dieses Amt kandidieren konnte - und haben dennoch nicht daran geglaubt, dass er es wirklich schafft." Anschließend zollt er vor allem den jungen Menschen Tribut, die Obama gewählt haben. Auch Rapper und Produzent Sean "Diddy" Combs äußerte sich. Zusammen mit Obamas Wahlsieg feierte er seinen 39. Geburtstag, zum ersten schwarzen Präsidenten sagte er: "Das ist der stolzeste Tag in meinem Leben."

Auf "TheRoot.com" wird es nach der Wahl pragmatisch. Das Online-Magazin wurde einst vom schwarzen Literaturkritiker und Intellektuellen Henry Louis Gates Jr. gegründet und befasst sich mit der afroamerikanischen Kultur. "TheRoot.com" erklärt in einigen Regeln ironisch, wie sich Afroamerikaner nun, da einer von ihnen US-Präsident ist, zu verhalten haben. Eher noch wird beschrieben, wie man sich als Schwarzer nicht zu verhalten hat, z.B. darf man sich in Schlangen nicht vordrängeln, weil man den Präsidenten schließich hinter sich stehen hat. Auch sollte man keine Negro Spirituals singen, euphorisch Martin Luther King zitieren oder versprechen seinen Erstgeborenen Barack Obama zu taufen.

Ähnliche Regeln hat "TheRoot.com" auch für weiße Bürger unter der Präsidentschaft Obamas aufgestellt, so richtig ernst nehmen kann man aber keine von ihnen. Nachdem ein großer Anteil von Obamas Wahlkampf im Internet in Form seiner interaktiven Homepage und viralen Clips von Prominenten stattgefunden hat, schlägt auch seine schließliche Wahl zum Präsidenten große Wellen im Netz. Obama selbst spricht immer davon, wie unkontrollierbar das Internet ist, damit hat er natürlich nicht unrecht.

Quelle: netzeitung.de
Bild: YourBlackWorld.com

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