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Neue Veröffentlichung von WikiLeaks

Die Internet-Plattform WikiLeaks sorgt wieder für Furore, dieses Mal mit der Veröffentlichung von Berichten amerikanischer Diplomaten. Hier gibt es einen Überblick zur bisherigen Arbeit der Systemkritiker, der aktuellen Veröffentlichung und den Reaktionen aus der Politik.

WikiLeaks gibt es seit 2006 und schnell hat sich die Plattform zum Angstgegner so mancher Politiker entwickelt. Der Grund ist simpel, die Plattform wird von Informanten mit Geheimdokumenten versorgt, die unethisches Verhalten von Regierungen und Organisationen belegen. Dabei wird anonym und nach eigenen Angaben 'unzensierbar' vorgegangen. Im Jahr 2007 sorgte die Veröffentlichung von Guantánamo-Bay-Berichten für Furore, ein Jahr später standen die Bankengruppe Julius Bär und die Sekte Scientology wegen umstrittener Praktiken unter Beschuss.

Im letzten Jahr legte WikiLeaks offen, dass es ein Abkommen zwischen der EU un den USA gab, welches die Auswertung und Weitergabe europäischer Bankdaten beinhaltete. Wenige Tage später wurde eine Sammlung von über 500.000 SMS veröffentlicht, die am 11. September 2001 verschickt worden sind. Im Frühling diesen Jahres schockte die Plattform die Welt mit einem Video von Luftangriffen in Bagdad, bei denen irakische Zivilisten und Journalisten durch US- Militärs zu Tode kamen.

Auch die neue Veröffentlichung wird den Hass des amerikanischen Geheimdienste und Regierung auf die Plattform nicht gerade mindern, WikiLeaks stellt über 250.000 interne Berichte amerikanischer Diplomaten zur freien Einsicht. Die Dokumente umfassen den Zeitraum von 1966 bis 2010 und waren stets für das US-Außenministerium bestimmt. Dabei handelt es sich um teilweise hochbrisante Inhalte: So habe Hilary Clinton angeordnet biometrische Daten einiger afrikanischer Politiker zu sammeln sowie die DNA des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon. Vertreter der Länder Saudi-Arabien, Bahrains und Jordaniens haben die USA mehrfach zu einem Krieg gegen den Iran gedrängt, es kam außerdem der Vorschlag, Guantanamo-Bay-Insassen Chips einzupflanzen. Auch über Deutschland gab es Berichte, u.a. wurde Außenminister Guido Westerwelle als inkompetent und aggressiv bezeichnet und Verteidigungminister zu Guttenbergs Wunsch zitiert, noch mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken. Kanzlerin Angela Merkel bekam in Berichten übrigens den Beinamen 'Teflon', weil alles von ihr abgleite.

Laut Tagesschau äußerte Westerwelle 'Hier wird mit rechtswidrig, kriminell erworbenen Daten Kasse gemacht. Darum geht es', Italiens Premierminister Silvio Berlusconi soll nur gelacht haben, als er von der Veröffentlichung erfuhr. Viele andere Länder äußerte Unverständnis über die Vorgehensweise, das Verbreiten geheimer Informationen sei keine Grundlage für friedliche internationale Politik und bringe Menschenleben in Gefahr.

Es ist von Vertrauensbrüchen und Peinlichkeiten die Rede, Hilary Clinton kündigte laut 'Focus' 'aggressive Schritte' gegen Informanten an, sofern man sie denn finde. Diese Kritik ist für das Portal keine Überraschung, die Frage ist also eher, in wie fern WikiLeaks nur die Öffentlichkeit informiert oder andere Interessen verfolgt.

Bild: wikileaks.org

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