Excite

MySpace verbannt 90.000 sexuelle Straftäter von seinem Portal

Auf Drängen mehrerer US-Behörden hat das Online-Portal MySpace 90.000 sexuelle Straftäter aus seinem Netzwerk entfernt. Der Medienkonzern der News Corporation ließ sein gesamtes Portal nach bereits vorbestraften Sextätern durchsuchen – die hohe Zahl von 90.000 überraschte Kritiker. Bislang hatte MySpace stets von einer Zahl um die 50.000 gesprochen.

Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal sagte zu dem Schritt, es gäbe mittlerweile eindeutige Hinweise, dass das Online-Portal gezielt von Sextätern genutzt werde. Sie würden gezielt an Jugendliche herantreten, um sie zu missbrauchen, so Blumenthal. Kritiker aber halten den Rauswurf für vollkommen nutzlos. Eine Sicherheit könne es nicht geben, die sexuellen Straftäter würden sich direkt wieder unter neuem Namen anmelden.

Und auch ein anderes Problem besteht, wie John Phillips – Experte für Verifizierungssoftware erklärt: "Es wurden lediglich die verurteilten Sextäter ausgesperrt. Insgesamt dürfte die Zahl der potentiellen Täter bei geschätzten 160.000 liegen." Aufgespürt wurden die bereits Verurteilten mittels einer speziellen Software – sie durchsuchte die Profile aller User nach Adressen, Geburtsdaten und beispielsweise auch Anzahl der Tatoos.

Zum Abgleich diente eine Datenbank der Firma Sentinel Safe Tech Holdings. In dieser werden bis zu 120 persönliche Angaben zu Personen gemacht, die wegen eines Verbrechens bereits straffällig geworden sind. Allerdings gibt es auch generell zu der Verbannung der 90.000 Sextäter auf MySpace kritische Stimmen: Viele sehen das Problem überbewertet, eine viel größere Gefahr für Jugendliche auf Online-Portalen sei die enorm gestiegene Intensität beim Mobbing.

Quelle: WELT
Bild: Andrew Mager (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016