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Müssen Google-Chefs wegen Skandal-Clip in den Knast?

Vier Google-Manager müssen sich zu Zeit vor einem Gericht in Mailand verantworten, weil bei Google-Videos ein Clip zu sehen war, auf dem Jugendliche einen Behinderten schikanieren. Den Google-Vorständen, von denen nur drei namentlich genannt wurden, drohen Haftstrafen. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft hätte das Video sofort entfernt werden müssen. Google sieht in dem Clip eher eine Aufklärungshilfe und verweist darauf, dass die Täter so erkannt und bestraft werden konnten.

Zwei Monate lang hat sich Google offensichtlich nicht daran gestört, dass ein skandalöses Video auf ihrer Plattform zu sehen war. Jugendliche schlagen einen Behinderten, pöbeln ihn an und schikanieren ihn. User zeigten sich entsetzt und schrieben in ihren Kommentaren, dass der Clip sofort gelöscht werden müsse.

Das geschah aber viel zu spät, nach Meinung der Mailander Staatsanwaltschaft. Die italienische Vereinigung 'Vivi Down', die sich für die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom einsetzt, schaltete sich ein, darauf hin wurde das Video sofort gelöscht. Die Google-Manager David Drummond, Peter Fleischer, George Reyes und ein vierter, dessen Name laut New York Times nicht genannt wurde, müssen sich nun in Mailand vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe zwischen 6 Monaten und einem Jahr.

Google lehnt die Anschuldigungen komplett ab. Die Anklage entspräche in etwa dem Fall, wenn ein Postzusteller wegen Verbreitung von Hassreden bestraft werden würde, sagten die Verteidiger der Manager laut dem Schweizer Boulevardmagazin Blick vor Gericht. Außerdem hätte die Veröffentlichung des Videos dafür gesorgt, dass die Täter erkannt und bestraft wurden. Der Familie des Opfers hätte Google mehrmals Bedauern ausgesprochen. Am 23. Dezember wird ein Urteil erwartet, dann wird klar sein, ob die Google-Manager wegen Verbreitung des Videos eine Haftstrafe absitzen müssen.

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