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Mit der Melodie-Suchmaschine auf den Spuren der unbekannten Ohrwürmer

Melodie-Suchmaschinen sind das, worauf von Ohrwürmern geplagte, aber ahnunglose Musik-Fans gewartet haben. Jeder hat das schon mal erlebt, dass er ein Lied im Radio oder woanders gehört hat, vielleicht noch einen Text-Fetzen im Kopf hat, auf jeden Fall aber die Melodie. Was tun? Man möchte dem noch namenlosen Song gerne einen Titel geben, wissen wo man ihn findet. Aber wer weiß schon, was gemeint ist, wenn man anfängt zu summen? Eben! Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie entwickelte nun eine mögliche Lösung des Problems: Die Melodie-Suchmaschine.

Das Institut in Illmenau entwickelte eine Technologie, die Gesangsaufnahmen auf Melodien überprüft und mit den Musikstücken in einer Datenbank vergleicht. Während es dem ein oder anderen vielleicht peinlich sein könnte, vor einem Experten im Plattenladen zu singen, ist im Internet Anonymität gewährleistet. Ein Mikrofon muss angeschlossen sein, weitere Software ist nicht nötig. Nachdem man seine Nummer ins Mikro geträllert hat, zeigt die Suchmaschine eine Auswahl von möglichen Treffern an.

Das Programm funktioniert mit einer gewissen Toleranz, man muss nicht jeden Ton treffen, um Songs erfolgreich zu finden. Christian Dittmer, Leiter der Forschungsgruppe des Fraunnhofer-Instituts, rät, die Melodie am besten mit den Tönen "lalala" oder "nanana" zu singen. Wer sich auf einen richtigen Text konzentriert, der lässt meist die Melodie etwas außer Acht. So oder so, kommt es schon ein wenig auf die eigenen Gesangskünste an. Das sagen auch die Betreiber einiger Seiten, die die Technologie bereits verwenden.

Auf der Website von "Musicline" gibt es mit 3500 Titeln noch nicht so viele Melodien, die einem bei der Suche helfen. Das Angebot der deutschen Musikindustrie steckt noch in den Anfängen. Das Projekt "Midomi" hingegen setzt auf seine Nutzer, die selber ihre gesungenen Melodien hochladen können und so die Inhalte der Seite kontinuierlich erweitern. Hier dreht sich das Angebot schon um rund zwei Millionen Titel. Ähnliche Angebote sind "Watzatsong" und die deutschsprachige "de.rec.musik.recherche", wo sich die Nutzer gegenseitig helfen. Das ist zwar auch erfolgreich, aber bei weitem nicht so innovativ wie die Melodie-Suchmaschine.

Quelle: n-tv.de
Bild: Fraunhofer IDMT

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