Excite

Megaupload: Warnung vor gefälschten Abmahnungen

  • eleven.de

Die Datenaustausch-Plattform Megaupload ist offline, doch jetzt versuchen Betrüger diesen Umstand auszunutzen indem sie gefälschte Abmahnungen an ehemalige Nutzer schicken und somit Angst und Schrecken verbreiten.

In willkürlich verschickten Emails geben die Betrüger vor, als Anwälte im Auftrag von Firmen in der Musik- sowie Filmindustrie – wie zum Beispiel Sony oder Universal Music - zu handeln und verlangen umgehend eine Überweisung in Höhe von 150 Euro auf ein slowakisches Konto, nach Verstreichen einer gesetzten Frist sogar 891,31 Euro - schließlich habe der Angeschriebene von Megaupload urheberrechtlich geschütztes Audio- und Video-Material heruntergeladen.

Doch die Verbraucherzentrale Thüringen warnt: Wer ein solches Schreiben erhält, auch wenn es auf den ersten Blick sehr seriös wirkt - sollte auf keinen Fall zahlen und die Mail sofort löschen, denn die angeblich dokumentierten Vergehen sind frei erfunden und die genannte Kanzlei – Dr. Kroner und Kollegen - existiert nicht. Außerdem wird in dem Schreiben Megaupload auch fälschlich als 'Peer-to-Peer-Netzwerk' bezeichnet.

Seriöse Abmahnungen kommen üblicherweise per Post - was aber nicht automatisch bedeutet, dass sie auch berechtigt sind. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät in diesen Fällen: Die Angeschriebenen sollten schnell handeln und sich juristischen Rat holen. Für die Abgabe einer Unterlassungserklärung wird meist nur eine kurze Frist von drei bis fünf Tagen eingeräumt. Die Erklärung sollte keinesfalls ohne juristische Prüfung abgegeben werden - selbst dann nicht, wenn der Betroffene tatsächlich gegen Urheberrechte verstoßen hat.

US-Behörden hatten Megaupload.com Ende Januar ausgeschaltet. Sie werfen den Betreibern vor, 175 Millionen US-Dollar mit dem Verbreiten von illegalem Material verdient zu haben.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016