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Mediaset verklagt YouTube - Berlusconi will Kohle vom Videoportal

Silvio Berlusconis Medienkonzern Mediaset will das amerikanische Videoportal YouTube und dessen Mutterfirma Google verklagen. Der umstrittene italienische Ministerpräsident wirft den den YouTube-Betreibern vor, unrechtmäßig Videos und Musik vertrieben zu haben, an denen Mediaset die Rechte besitzt. Das Unternehmen meint täglich knapp 5.000 solcher Verstöße finden zu können und möchte sich auf diesem Wege nun 500 Millionen Euro erstreiten. Berlusconi und sein Konzern planen dies in Italien nach italienischem Recht zu tun.

Es ist nicht das erste Mal, dass YouTube, bzw. Mutterkonzern Google sich mit Urheberrechtsklagen konfrontiert sehen. Seit Jahren legen die Unternehmer Geld extra nur für solche Zwecke bei Seite. Das amerikanische Medienunternehmen Viacom klagte gerade auf umgerechnet eine Milliarde Euro. Das amerikanische Urheberrecht sieht vor, dass Seitenbetreiber nicht belangt werden können, wenn sie illegale Inhalte entfernen, nachdem sie von ihnen erfahren haben. Die Masse an Videos macht es natürlich schwierig, aber Google wird vor Gericht argumentieren, dass sie eine Filter-Software nutzen und stets große Mühe aufbrachten, die entsprechenden Clips sofort wieder zu löschen.

In den USA wägen Experten Google und YouTube sicher vor Schadensersatzklagen, in Europa sieht die Rechtslage anders aus. Seit April will auch der französische Sender TF1 etwa 100 Millionen Euro von den Internet-Königen. Berlusconi sieht auch, dass er bessere Chancen auf eine Schadensersatzzahlung in Italien hat. Also versucht er seine außerordentliche Macht zu nutzen, um das Verfahren nach Europa zu holen.

Urheberrechtsverletzungen gab es bei YouTube vom ersten Tag an. Die Medienkonzerne in Europa und den USA fühlen sich jedoch gezwungen gegen die Videoportale vorzugehen, da diese inzwischen den Großteil der Medienkonsumenten binden. Dabei geht es weniger direkt um die geklauten Inhalte. "Den Medienhäusern bleibt oftmals keine andere Wahl: Entweder sie investieren in diese neuen Märkte oder aber sie müssen die neue Konkurrenz bekämpfen", sagt Informatikprofessor Henrik Speck von der FH Kaiserslautern.

YouTube gibt sich dennoch ganz ruhig und geduldig. "YouTube nimmt das Urheberrecht sehr ernst und beachtet alle Rechte der Eigentümer von urheberrechtlich geschütztem Material" hieß es in einer Stellungnahme. Die Rechtssprechung eines italienischen Gerichts müsste sowieso nicht zwingend auch in den USA anerkannt werden und die Erfolgsaussichten von Berlusconis und Mediasets Klage gegen YouTube sind ohnehin noch ungewiss.

Quelle: ZEIT Online
Bild: Alessio (Flickr)

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