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Landesminister beschließen Altersfreigaben für Internetspiele

Wie Chip Online berichtet, soll es für Internetspiele zukünftig Altersfreigaben geben, die im Rahmen des Jugendmedienschutzstaatsvertrages, kurz JMStV, beschlossen worden sind. Die Entscheider waren in dem Falle die Ministerpräsidenten der Länder. Das Papier regelte bisher den Jugendschutz in Funk und Fernsehen, aber auch im Internet.

Doch die Entscheidung ist politisch, wie organisatorisch umstritten. Unter anderem weil es neben dem JMStV, noch das Jugendschutzgesetz gibt. Ersteres wird geregelt von den Ländern, während der Bund für das Jugendschutzgesetz verantwortlich ist. Hinzu kommt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, die zur Bewertung von Spielen auf Datenträgern verantwortlich ist.

Die USK unterliegt dem Einfluss der Familienministerien. Diese hätten es daher auch gerne gesehen, wenn Online-Spiele ebenfalls durch die USK geregelt werden würde. Das möchten die für das JMStV mitverantwortlichen Staatskanzleien aber nicht zulassen. Und da setzt auch die Kritik an, denn Zweifler befürchten ein Kennzeichnungschaos.

Die Gamesindustrie hat natürlich Angst, dass durch strengere Altersfreigaben die Einnahmen sinken könnten. Ekkehardt Mutschler vom Deutschen Kinderschutzbund sieht einen Markt für Kennzeichnungen aufkommen, der uneinheitlich funktioniert. Gleichzeitig sorgt eine Lücke im JMStV dafür, dass es sich leicht umgehen lässt.

Denn sollte es die Online-Spiele im Vorfeld auf Datenträgern geben, dann gelten für die Online-Spiele die Regeln des USK. Inwiefern sich die Altersfreigaben des JMStV dann noch durchsetzen lassen, bleibt somit fraglich und wird sich schließlich erst in der Anwendung zeigen.

Bild: YouTube 1 und 2

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