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Künstliche Intelligenz. Menschen lieben Maschinen?

Japans Roboterexperte Hiroshi Ishiguro erklärt, dass sich Menschen zweifellos irgendwann in einen Roboter verlieben könnten.

So will der Professor der Universität Osaka herausfinden, wie Roboter sich verhalten müssen, damit Menschen sie als Ihresgleichen anerkennen – und Gefühle wie Liebe für sie empfinden. Seiner Meinung nach, seien die Anforderungen sehr gering, damit Menschen Roboter lieben lernen: "Eine menschenähnliche Gestalt dürfte genug sein. Wenn der Roboter zudem noch menschenähnliche Bewegungen und Reaktionen aufweist, hilft das zusätzlich".

In Japan gehören Roboter mittlerweile zur Gesellschaft. Schon vor Jahren eroberte Sonys Roboterhund Aibo die Welt und der amerikanische Altersforscher William Banks (Saint Louis University, Missouri) hat kürzlich herausgefunden, dass alte Menschen zum Robo-Hund die gleichen Beziehungen aufbauen wie zu einem richtigen Hund. Höher entwickelte humanoide Roboter sind mittlerweile als Kellner in Kaufhäusern, Musseen oder Banken zuständig. Wir erinnern uns auch an den Babysitter-Roboter.

Zurück zur Akzeptanz des menschenähnlichen Roboters, der nicht nur sehr menschlich aussehen, sondern auch menschähnliche Bewegungen und Verhaltensweise mitbringen sollte, da wir ihn sonst unheimlich finden würden.
Ishiguro hat diese Faktoren durch Mikrobewegungen berücksichtigt und ein künstliches Geschöpf ins Leben gerufen, dass ihm zum Verwechseln ähnlich sieht: "Geminoid HI-1" - ein fernbedienbarer Nachbau Ishiguros aus Stahl und Silikon.

Via technischen Anweisungen wird angegeben, ob der Roboter zuhören oder sprechen soll und wie seine Laune ist... schließlich bewegt er seine Lippen und die Stimme von Ishigurosschallt aus Lautsprechern. Und auch wenn Geminoid nicht fernbedient wird und still im Stuhl sitzt, scheint er zu leben: Der Brustkorb hebt und senkt sich kaum wahrnehmbar, als würde er atmen. Die Hände, Finger und Beine bewegen sich leicht. Hin und wieder setzt sich Geminoid etwas um. Seine Gesten und sein Gesichtsausdruck wirken nahezu menschlich, die Haut aus der Entfernung ebenfalls.

Doch was ist mit dem Geist, den Emotionen der Maschine? Hiroshi Ishiguro ist der Meinung, dass Gefühle und Geist des anderen im Betrachter entstehen. Wenn sich also eine Maschine komplex bewegt und vielleicht sogar noch auf Menschen reagiert, werden wir Emotionen, Geist und sogar Bewusstsein im Roboter spüren.

Und was ist mit Sex mit Robotern? „Ehrlich gesagt halte ich das sogar für sehr wahrscheinlich“, sagt Ishiguro. „Sobald humanoide Roboter erst einmal in Massen produziert werden und die Kosten für die Bauteile sinken, werden die Menschen aus diesen Teilen höher entwickelte Sexspielzeuge entwickeln.“

Quelle: Focus.de
Bild: Intelligent Robotics Laboratory

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