Excite

KONY 2012 - Die Social Networks gegen Kriegsverbrecher

Seit Sonntag ist ein Video online, das spätestens seit gestern seinen Siegeszug angetreten hat. Ein Video mit einem Namen, den viele bisher nicht kannten: Joseph Kony ist der Namensgeber für die Internet-Kampagne 'KONY 2012', die von der us-amerikanischen Organisation 'Invisible Children Inc.' ins Leben gerufen wurde.

Zu Beginn des Videos, das Kernstück der Kampagne, liest man die Worte "Nichts ist so mächtig wie eine Idee"... "dessen Zeit gekommen ist". Dann nehmen die 30 Minuten ihren Lauf, mit denen die Organisation auf den ugandischen Kriegsverbrecher aufmerksam machen will. Um ihn zu stoppen, denn Joseph Kony ist der Anführer der ugandischen Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA), die seit mehr als zwanzig Jahren Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt. Sie entführen Kinder, um sie in seiner Armee kämpfen zu lassen oder sie als Sexsklaven auszunutzen. Ein politisches Ziel gibt es nicht, nur das Streben nach Macht steht im Mittelpunkt.

Die Rebellengruppe wird unter anderem für mehrere Massaker und für die Vertreibung von zwei Millionen Menschen verantwortlich gemacht. Der Internationale Strafgerichtshof fahndet seit acht Jahren nach Joseph Kony und Ende letzten Jahres schickte Barack Obama Soldaten nach Uganda, um die dortige Armee bei der Suche zu unterstützen.

Das Ziel des "Experimentes", wie Invisible Children es nennt, ist also: Joseph Kony bekannt zu machen, damit die Menschen verlangen, dass er gejagt wird und die US-Regierung die Soldaten nicht wieder abzieht, bevor Kony gefasst ist. Die Forderung von Invisible Children: Kony soll noch in diesem Jahr gefasst werden!

Neben den Stars wie Justin Bieber, Rihanna, Oprah, Ellen DeGeneres, Nina Dobrev, Ian Somerhalder oder Nikki Reed haben viele, viele Facebook-User, Twitter und andere Social-Network-User den Clip 'Kony 2012' zum viralen Erfolgsclip gemacht. Auf YouTube hat der Film KONY 2012 bereits mehr als 21 Millionen Klicks und auf Vimeo sind es 11,5 Millionen.

Nehmt euch Zeit und schaut euch hier KONY 2012 an

Die Kampagne 'Kony 2012' wurde aber auch kritisiert: Die Botschaft im Video sei zu einfach und die erfolgreiche Arbeit von lokalen NGOs in Uganda würde ausgeblendet. Außerdem schrieb der gebürtige Ugander Musa Okwanga (Schriftsteller) im britischen Independent: "Wenn ein Mann jahrzehntelang Verbrechen gegen die Bevölkerung eines Landes begeht, gibt es immer ein Haufen mächtiger Leute, die ihn gewähren lassen. Deshalb muss die Politik des ugandischen Präsidenten Musenevi zentraler Bestandteil der Lösung dieses Problems sein."

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016