Excite

Jack Black statt Mehrzad oder Menowin

Der Plan ging in England schon auf, also warum nicht auch in Deutschland, fragten sich Musikliebhaber und zogen eine Internetkampagne gegen den Sieger von 'Deutschland sucht den Superstar' auf. Es soll verhindert werden, dass der DSDS-Act nach Ende der Castingshow auf Platz 1 der Charts einsteigt. Stattdessen soll Tenacious D den Chartsthron einnehmen. Die Plattenfirma Sony könnte das ganze verhindern. Und auch Kommerz-Kritiker innerhalb der Kampagne.

Es ist gar nicht so lange her, als der 17 Jahre alte Song 'Killing in the Name' von Rage against the Machine an Weihnachten Platz 1 der britischen Singlecharts einnahm, anstatt des X-Factor-Siegers Joe McElderry. User bei Facebook hatten zig tausende Musikfans mobilisiert, die Castingschnulze als Platz 1 zu verhindern. Das soll nun auch in Deutschland stattfinden.

Der Marketingkaufmann Tim Blosze rief die Aktion gegen DSDS ins Leben und richtete Gruppen bei Facebook und studivz ein. Ziel sei es, 100.000 Downloads des Songs des Rockduos Tenacious D um Sänger und Schauspieler Jack Black zu erreichen. 'Eigentlich sollten schon 50.000 reichen, um den DSDS-Sieger als Platz 1 zu verhindern' sagte Blosze laut WELT online. Er möchte zeigen, dass echte Musik mit Herz und Seele zu jederzeit in der Lage sei, das 'System der Musikmaschinerie mit ihren Abziehbildchen' zu drehen.

Dem Plan einen Strich durch die Rechnung machen, könnte ausgerechnet die Plattenfirma Sony, bei der Tenacious D unter Vertrag stehen. Die hat den Song der Rockgruppe nämlich gar nicht für die Charts angemeldet. Und hat es offenbar auch nicht vor. Aus gutem Grund: Denn auch die DSDS-Akteure stehen bei Sony unter Vertrag. 'Wir haben etwas dagegen, wenn Künstler aus dem eigenen Haus gegeneinander ausgespielt werden', sagte Sprecher Sebastian Hornik der WELT. Allerdings war das in England um die Weihnachtszeit genau so. Auch da war sowohl Rage against the Machine als auch Joe McElderry beim gleichen Label.

Was in England anscheinend problemlos funktionierte, scheint in Deutschland nicht möglich zu sein. Schon jetzt formieren sich innerhalb der Kampagne anscheinend User, die etwas dagegen haben, dass der Rocksong, der statt Mehrzad oder Menowin auf Platz 1 gehievt werden soll, bei einem so genannten Major-Label unter Vertrag ist. So wird das nichts. Die gut gemeinte Internetkampagne pro Tenacious D und contra DSDS scheint also an einer falsch verstandenen Antikommerz-Haltung zu scheitern.

Bild: LastFM, RTL

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016