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Iran-Berichterstattung fußt auf den sozialen Internet-Netzwerken

Die Gegner von Netzwerken wie Twitter, Facebook und Ähnlichen müssen dieser Tage verstummen, sind es doch gerade diese Netzwerke, die momentan eine Berichterstattung aus dem Iran erst möglich machen. Seit der Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad, die von einer großen Anzahl der iranischen Bevölkerung und dem Rest der Welt als durch Wahlbetrug herbeigeführt, angesehen wird, herrschen im Iran Unruhen gefährlichen Ausmaßes.

Die Anhänger des hauptsächlichen Gegenkandidaten Hossein Mussawi sind erbost und liefern sich seit dem Wahlausgang heftige Gefechte mit der Polizei und den nationalen Sicherheitskräften. Der Staat selbst unterbindet jegliche Korrespondenz und versucht alles um die Kommunikation mit der Außenwelt zu erschweren beziehungsweise so gut wie unmöglich zu machen. Doch der Staat kann nicht alles unterbinden und so sind soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Flickr für die Opposition das Tor zu Welt in Sachen medialer Verbreitung der aktuellen Geschehnisse.

Wie Welt Online berichtet, ist es vor allen Dingen der technischen Struktur der Netzwerke zuzuschreiben, dass diese trotz der staatlichen Sperren noch funktionieren. Der staatliche Internetfilter versagt zum Beispiel bei Twitter, so dass der Widerstand im Iran das Portal Twitter nutzt um sowohl untereinander, als auch mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Das geht soweit, dass selbst Nachrichtensender wie der BBC auf das Material aus den Netzwerken für die eigene Berichterstattung zurückgreift. Diese Unmittelbarkeit nutzen auch Personen außerhalb des Iran um auf Ereignisse im Land aufmerksam zu machen, aber auch der iranischen Bevölkerung soweit es geht Beistand zu leisten und sei es auch nur ein moralischer.

Eine sehr konkrete Hilfe für die iranische Bevölkerung in Sachen Kommunikation ist, dass Internetnutzer auf der gesamten Welt Proxy-Server, also alternative Einwahlmöglichkeiten für das Internet, zur Verfügung stellen. Mit Berühmtheiten wie Stephen Fry und Ashton Kutcher, die außerdem ihren eigenen Pool an Verfolgern bei Twitter nutzen, um auf neue Ereignisse im Iran aufmerksam zu machen, finden Nachrichten auch ein weite und effektive Verbreitung. Fest steht, dass soziale Netzwerke nicht nur im Iran, sondern auch bei zukünftigen Krisen eine starke Rollen spielen werden für eine demokratische Berichterstattung.

Bild: Faramarz Hashemi (Flickr)

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