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I-dosing: Musik als Droge?

Geht es nach US-Medien, stehen die Jugendliche aus Amerika momentan total auf I-dosing. Das ist ein neuer Trend, der nun angeblich auch Europa erreicht. Und was soll das sein? Beim I-dosing geht es darum, sich mittels bestimmter Musik in rauschähnliche Zustände zu versetzen.

Auf YouTube finden sich mittlerweile viele Videos, die teilweise erschreckend sind und den Betrachter dazu bringen sich zu Fragen 'Kann das sein?'. Menschen liegen auf dem Sofa, hören Musik und machen dazu zuckende Bewegungen, verziehen die Gesichter und springen schließlich erschrocken auf. Versetzt I-dosing tatsächlich in einen rauschähnlichen Zustand?

Funktionieren soll es folgendermaßen: Wer I-dosen möchte, legt sich hin, schließt oder verbindet sich die Augen, setzt Kopfhörer auf und hört bestimmte elektronische Klänge, wie zum Beispiel 'Gate of Hades'. Der Track dauert zehn Minuten und besteht nur aus einem penetrant krächzenden, elektronischen Ton. Beim Hörer löst dies dann Stress und Beklemmung aus. Es sei kaum möglich, diesen Track ganz durchzuhören, meldet die Website 'Mail online', und es stimmt, es ist fürchterlich!

I-dosing extrem

So wird vermeldet, dass Wissenschaftler und Psychologen bereits vor dem neuen Trend warnen. Bei Drogensucht würden die gleiche Areale im Gehirn aktiviert wie beim Musikhören. Musik könne ähnlich wie Sex und Drogen bestimmte Reaktionen im Gehirn hervorrufen. Der Herzrhytmus und auch das Atmen und Schwitzen können durch I-dosing beeinflusst werden und chemische Reaktionen im Gehirn können hervorgerufen werden.

Und Amerika macht bereits mobil gegen das I-dosing: In Oklahoma warnen Schulen die Eltern vor dem neuen Trend und I-pods sind auf den Schulhöfen verboten. Ein Sprecher der Anti-Drogen-Einrichtung in Oklahoma sagte dem US-Technik-Magazin 'Wired': 'Kinder und Jugendliche wollen sehen, um was geht, und das kann sie dann zu anderen Dingen führen.'

Allerdings ist das Prinzip des I-Dosing schon seit 1839 bekannt. Es beruht auf den binauralen Beats, die der deutsche Physiker Heinrich Wilhelm Dove damals schon entdeckt hatte, wie der Blog 'Readers Edition' berichtet. Wenn ein Mensch also per Kopfhörer zwei verschiedene Töne auf ähnlicher Frequenz hört, suggeriert ihm das Gehirn, dass er nur einen pulsierenden Ton hören würde. Das kann dann durchaus als Dröhnung empfunden werden. Aber, die binauralen Beats hätten den gleichen berauschende Effekt wie gekaute Fingernägel...

Viele Jugendliche testen das I-Dosing und halten es für 'Bullshit', wie ein Mädchen in einem YouTube-Video sagt. Es gibt ebenso viele YouTube-Videos, die zeigen, wie sich I-Doser über die neue Droge 'lustig' machen. I-Dosing, das Musik zur Droge werden lässt, scheint also nicht mehr zu sein, als eine von den Medien aufgebauschte Luftblase.

Lustig machen über I-Dosing

Bild: YouTube 1, 2

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