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Google-Manager wegen Misshandlungsvideo zu Bewährungsstrafen verurteilt

Nun hat die italienische Staatsanwaltschaft in Mailand in der Frage eines hochgeladenen Misshandlungsvideos ein hartes Urteil gesprochen und Bewährungsstrafen gegen drei Google-Manager erlassen. Nun zeigt sich der Internet-Gigant empört und schwört bereits ernste Konsequenzen für die Zukunft der Plattform in Italien herauf. Insgesamt nennt Google die Rechtssprechung der Mailänder Staatsanwaltschaft 'hanebüchen'.

Eigentlich hatte nach der Lage der Dinge niemand mit einer Verurteilung in dem Fall gerechnet, umso größer ist nun die Überraschung. Obwohl es bislang gängige Praxis war, die Betreiber einer Plattform wie YouTube nicht für einzelne Inhalte verantwortlich zu machen, bricht das jetzt gesprochene Urteil explizit mit dieser Praxis. Bislang waren YouTube und Co mit dem Hinweis, man müsse die Rechte an dem hochgeladenen Material besitzen, auf der sicheren Seite.

Für das Misshandlungsvideo, das bereits 2006 hochgeladen wurde, und das Jugendliche beim Schikanieren eines geistig Behinderten zeigte, trage nun laut Staatsanwaltschaft Google die volle Verantwortung. Daran änderte nun auch nicht mehr die Tatsache, dass Google den Videoclip unmittelbar nach Eingang zahlreicher Beschwerden von seinem Portal nahm.

Der amerikanische Konzern zeigte sich nun entsetzt – in einer offiziellen Stellungnahme hieß es: 'Keiner der vier Beschuldigten hatte irgend etwas mit dem Video zu tun. Sie haben es nicht gefilmt, sie haben es nicht ins Netz gestellt, sie haben es nicht überprüft. Trotzdem werden sie nun zur Verantwortung gezogen', so Sprecher Bill Echikson.

Mit sofortiger Wirkung kündigte man nun an, in Berufung zu gehen – der ganze Fall könnte sich nun also durchaus noch einmal eine Weile hinziehen. Insbesondere weist Google darauf hin, dass erst durch das Auftauchen des Videos eine Identifizierung und Festnahme der Täter möglich gewesen wäre. Sollte es bei dem Urteil bleiben, könnte dies (zumindest für Italien) gravierende Konsequenzen für die Praktik von Video-Portalen haben. Bis dahin stehen erst einmal die Bewährungsstrafen im Zuge des Misshandlungsvideos im Raum, und keiner weiß wirklich etwas damit anzufangen.

Quelle: Spiegel.de
Bild: YouTube, YouTube

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