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Google veröffentlicht Statistik zu staatlichen Eingriffen

Anscheinend versucht Google öffentlich mehr Transparenz in sein eigenes System zu bringen und veröffentlicht nun erstmals eine Statistik darüber, welche Staaten wie häufig an das Unternehmen herangetreten sind, um Daten zu erhalten oder Inhalte zu löschen. Dabei liegt Deutschland auf einem überraschend hohen zweiten Platz, die reine Statistik aber täuscht über die Hintergründe hinweg.

Zum einen gibt Google selbst an, dass die Daten nicht vollständig seien – so fehlt beispielsweise China wegen angeblicher Geheimhaltung komplett in der Liste. Auf dem ersten Platz befindet sich Brasilien – ganze 291 Mal erbat der Staat die Löschung bestimmter Inhalte, Deutschland tat dies 188 Mal und landete damit auf Rang zwei.

Wer aber direkt Zensur vermutet, dem sei der Blick ins Detail angeraten. Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern sehr strenge Verbote, wenn es um verfassungsfeindliche Inhalte von Neonazis oder Holocaust-Leugnern geht – so fielen etwa die Hälfte aller Löschanfragen darauf, auf dem Portal YouTube derlei Inhalte vom Server zu löschen.

Diese Auskunft erteilte Google selbst, und ein Konzernsprecher erklärte weiter, insgesamt sei man 94% aller Anfragen nachgekommen, weil die Löschung im Sinne Googles als vollkommen legitim gewertet wurde. Neben verfassungsfeindlichen Inhalten führten zudem auch Inhalte mit Verweis auf den Jugendschutz, sowie offene Verleumdungen und Verstöße gegen Copyrights zu den Löschaufträgen.

Insgesamt also ist die Statistik von Google bei aller Transparenz nicht gerade aussagekräftig, suggeriert sie doch, Deutschland sei ein Land besonders großer Zensur. Der Konzern teilte aber mit, demnächst genauer zu differenzieren, was die Daten angeht – in jedem Falle aber ist der Versuch von Google, Statistik über staatliche Eingriffe zu führen, eine mehr als begrüßenswerte Initiative.

Quelle: Spiegel.de
Bild: Google

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