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Geheimdienstchef auf Facebook in Badehose

Weil die Frau des zukünftigen Chef des Geheimdienstes MI6 John Sawer das soziale Netzwerk Facebook nutzt, konnten Millionen von Internetusern den hochrangigen Diplomaten im Urlaub in Badehose bewundern. Seine Frau Shelley Sawer veröffentlichte noch weitere private Details aus dem Leben von Sawer.

Von Geheimdienstchefs gibt es normalerweise keine Fotos. Und durch die James Bond-Filme weiß eigentlich jeder, dass sie auch keine Namen haben. Beim MI6 wird der Boss schlicht mit "C" (für Chief) abgekürzt. Alles andere ist tabu. Nicht so beim designierten MI6-Chef John Sawer, der seinen Dienst ab November antritt. Seine Frau Shelley meldete sich im Social Network Facebook an und veröffentlichte fröhlich private Details wie Fotos, Infos über ihre drei Kinder sowie Großeltern, Verbindungen zu hochrangigen Diplomaten und die genaue Lage ihrer Londoner Wohnung. Außerdem wurde noch eine familiäre Nähe zum verurteilten Holocaust-Leugner David Irving bekannt.

Insgesamt 45 private Fotos veröffentlichte Shelley Sawer am Tag, als die britische Regierung bekannt gab, dass ab November ein neuer MI6-Chef seinen Dienst antritt. Sie zeigen laut welt.de die Sawers im Urlaub am Strand und zusammen mit der lokalen Prominenz. Außerdem plauderte Shelley Sawer über Privatfeiern, den Gesundheitszustand ihrer Haustiere und veröffentlichte ihre Meinung zur Kongokrise. Desweiteren gingen Glückwünsche zu Sawers neuem Job via Facebook online.

Dabei habe die Frau von John Sawer einfachste Standards des Selbstschutzes im Internet nicht beachtet. Sie nutzte noch nicht einmal die Möglichkeit bei Facebook, dass nur verlinkte Freunde auf die Inhalte ihres Accounts Einsicht haben. Eigentlich eine Sache, den so gut wie jeder User wahrnimmt.So konnte theoretisch jeder Internetuser die privaten Details des neuen MI6-Chef erfahren.

Details, die auch eine peinliche Nähe zum verurteilten Holocaust-Leugner David Irving offenbarten. Der Schwager des neuen MI6-Chefs ist auf einem Bild mit dem rechtsextremen Historiker zu sehen. Laut welt.de habe der Verwandte von Sawer gesagt, dass er zeitweise für Irving gearbeitet habe, bestreite aber ein guter Freund des umstrittenen Historiker zu sein.

Die Sicherheit von John Sawer sei nun gefährdet, meint die Opposition. Englands Außenminister David Miliband spielt die Facebook-Affäre aber herunter: "Wir wissen jetzt, dass er eine Speedo-Badehose trägt, das ist kein Staatsgeheimnis, um Gottes willen." Und weiter: "Lasst uns erwachsen werden." Vielleicht sollte Miliband diesen Rat der Frau "seines" baldigen MI6-Geheimdienstchef geben, die sorglos private Details über Facebook im Internet veröffentlichte.

Bild: YouTube

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