Excite

Facebook-Gruppe ruft dazu auf Berlusconi zu töten

Kaum ein Politiker in der Europäischen Union spaltet die Massen so hart in verfeindete Lager wie der anscheinend offen korrupte Silvio Berlusconi, gegen den seit Jahren zahlreiche Gerichtsverfahren laufen. Nachdem vor zwei Wochen ein weiteres Immunitätsgesetz gegen den Ministerpräsidenten Italiens aufgehoben wurde (er hatte sich die Immunität selbst verliehen), gibt es nun die nächsten Schreckensmeldungen für Berlusconi.

Auf der italienischen Variante von Facebook tauchte unter der Woche eine Gruppe auf, die sich den Namen "Tötet Berlusconi!" gegeben hatte. Innerhalb von nur kurzer Zeit hatte die Gruppe über 16.000 Mitglieder zu verzeichnen, nun sah sich die Regierung gezwungen, Stellung dazu zu beziehen und vehement einzuschreiten.

Sofort schaltete sich die römische Staatsanwaltschaft ein, und Justizminister Angiolino Alfano erklärte: "Die Justiz muss klären, wer hinter diesen Webseiten steht. Ich bin zutiefst besorgt, dass es im Internet mehrere Seiten gibt, die Hasskampagnen gegen den Premierminister führen. Dies kann zu formen des Terrorismus führen." Die Nerven scheinen auf Seiten der rechts-konservativen Regierung Berlusconis also einigermaßen blank zu liegen...

Besonders, wenn man bedenkt, dass die "Tötet Berlusconi"-Gruppe auf Facebook unter der Rubrik "Just for Fun" geführt wird. Wie infobae.com berichtet, sind auch die in der Gruppe abgegebenen Kommentare alles andere als extremistisch – vielmehr gäbe es bereits hunderte anderer Gruppen, die sich sehr kritisch mit Silvio Berlusconi auseinander setzen. Von Terrorismus kann daher keine Rede sein.

Doch auch von anderer Seite droht dem 73-jährigen Italiener mit den gefärbten Haaren Ärger. Wegen seiner wiederholt frauenfeindlichen Äußerungen über Politikerinnen, unterzeichneten nun 98.000 Frauen eine Petition gegen Berlusconi, in der sie seine Festnahme fordern. "Er beleidigt uns!" ist die knappe Formel der Petition, die von der linken Tageszeitung "La Repubblica" initiiert wurde. Jedoch bleibt leider stark zu bezweifeln, ob Berlusconi sich in seiner Linie von Facebook-Gruppen und Petitionen beeindrucken lässt.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016