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Facebook vs Facebox - Oder wie Norderney plötzlich viel Werbung bekommt

Und wieder haben wir einen ulkigen Markenrechtsstreit: Während wir uns das letzte Mal Apple und dem Café Apfelkind gewidmet haben, zieht es uns heute zum Fall Facebook vs die Nordseeinsel Norderney, bzw. Facebook vs Facebox!

Auf der Insel Norderney steht ein alter Badekarren mit der blauen Aufschrift 'facebox'. Hier können die Urlauber sich reinsetzen und ihre Urlaubsgrüße versenden. Das Video wird dann von der Kurverwaltung auf YouTube und auf die Norderney-Facebook-Seite gepostet. Da in der Box die Gäste ihr Gesicht zeigen, ist die Marketingabteilung der Kurverwaltung Norderney eben auf den Namen 'Facebox' gekommen. Fast 200 Facebox-Videos findet man bereits auf YouTube.

Doch Facebook gefällt der Name 'facebox' überhaupt nicht und hat der Insel die weitere Verwendung des Namens untersagt. 'Facebook' und 'Facebox' unterschieden sich nur in zwei Buchstaben, argumentieren die Anwälte aus Kalifornien, da bestünde große Verwechslungsgefahr! Jetzt beschäftigt sich das Patentamt München mit diesem Namensstreit, wo die Kurverwaltung den Namen 'Facebox' im Mai 2011 schützen lassen hat. Seit Mitte vergangenen Jahres läuft auf Betreiben Facebooks das Widerspruchsverfahren.

Wie die Geschichte ausgeht, ist noch nicht klar, doch der Betrieb des Video-Karrens werde mit Sicherheit nicht eingestellt, so die auf Norderney für Neue Medien verantwortliche Inga Devermann. "Wenn das Patentamt gegen uns entscheidet, suchen wir uns einen neuen Namen."

Immerhin kann sich Norderney und die Marketingabteilung jetzt über eine Menge kostenlose Werbung freuen und mit Sicherheit setzen sich ab sofort mehr Urlauber und Nicht-Urlauber in die facebox, um ihre Nachricht - vielleicht an Facebook? - zu hinterlassen.

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