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Facebook: Schon wieder ganz viel Neues

Kaum ist Google Plus im Netz, scheinen bei Facebook die Ideen für neue Features und Änderungen am sozialen Netzwerk überzuquellen, jetzt stellte Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz F8 unter anderem die Timeline und den Ticker vor. Aber sind das noch logische Entwicklungen oder nur blinder Aktionismus?

Zuckerberg jedenfalls ist von der Timeline überzeugt. Sie sei 'Deine Geschichten, alle Deine Apps, ein neuer Weg, auszudrücken, wer Du bist'. Die Timeline im Social Network führt alles auf, was der User auf Facebook getan hat und verdichtet es zu einer handhabbaren Größe. Aus zurückliegenden Jahren werden jeweils nur die wichtigsten Facebook-Einträge gezeigt. Welche das sind, bestimmt der Nutzer selbst.

Jeder kann individuell Beiträge herausstellen oder löschen. Und vor allem kann auch festgelegt werden, wer die Timeline überhaupt sehen darf. Das ist deswegen wichtig, weil sie sonst von der gesamten Gemeinde einsehbar ist. Also muss jeder erst mal stundenlang seine Timeline sortieren. Ziemlich nervig, denn zum einen müssen Jahre alte Beiträge bei Facebook nicht mehr angezeigt werden, mitunter sind sie peinlich, zum anderen ist das unnötige Zusatzarbeit.

Eine weitere Neuerung ist der Ticker. Dieses Feature soll den Status ergänzen, nicht ersetzen. Im Ticker sollen kurze, knappe Infos stehen, wo man sich gerade aufhält, was man gerade macht. Für längere Infos ist der Status da. Damit tritt Facebook in direkte Konkurrenz zum eigentlichen Koop-Partner Twitter.

Außerdem sind noch die Open Graph Apps und das Social Sharing neu. Open Graph Apps bringen die Aktivitäten in Apps direkt an den Ticker. Und bei Social Sharing sollen Dinge aus dem Ticker geteilt werden. Erscheint dort ein Song, soll man ihn sofort über einen Musikdienst wie Spotify aufrufen können. Dazu muss der User aber selbst bei Spotify registriert sein. Ein Indiz dafür, dass Facebook es anscheinend nicht geschafft hat, die Musikdienste zu vereinen.

Nun bleibt die Frage, ob Facebook mit seinen vielen Neuerungen nicht übers Ziel hinausschießt. User erkennen 'ihr' Social Network teilweise kaum noch wieder. Fast täglich öffnen sich Fenster, in denen erklärt wird, dass es wieder etwas Neues gibt und dass man sich das doch bitte anschauen möchte. Der Blog gizmodo bezeichnet dies zwar als 'logischen Schritt in der Facebook-Evolution', aber um so zu denken, muss man wohl wirklich Nerd sein. Otto Normalverbraucher, zu denen computertechnisch auch Promis wie Boris Becker zählen, sind genervt. Der Ex-Tennisstar sagte schon auf seiner Facebook-Seite, dass ihm ein einfach zu handhabendes Facebook lieber wäre. Und bei Google Plus lacht man sich eventuell insgeheim ins Fäustchen, dass Facebook sich durch den Druck des Konkurrenten selbst so verwässert.

Facebook Timeline

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