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Ein Ehepaar aus den USA macht Internet-Abstimmung über Abtreibung

Im Internet macht die öffentliche Abstimmung über eine mögliche Abtreibung große Schlagzeilen – ein junges Ehepaar aus den Vereinigten Staaten startete eine Website, auf der sie dazu aufrufen, über die Zukunft ihres ungeborenen Kindes abzustimmen. Die Rede ist von Pete und Alisha aus Minnesota, bereits am 28. September hatten sie die Seite kurz nach Feststellung der Schwangerschaft ins Netz gestellt.

Darauf stellen sie die ganz simple Frage: 'Sollen wir das Kind bekommen, oder sollen wir es abtreiben lassen?' Auf der Seite präsentiert sich das Ehepaar kurz, erzählt von bisherigen Erlebnissen, Schule, Ausbildung und Hochzeit. Die User erfahren auf der Suche auch, dass Pete und Alisha bereits zwei Fehlgeburten erlebt haben. Einer ungewollten Schwangerschaft folgte eine gewollte – aber beide schlugen angeblich fehl.

Rief die Seite zu Beginn noch relativ wenig Aufmerksamkeit hervor, ging es in den vergangenen Tagen steil bergauf. Bis zum Wochenende hatten bereits über 116.000 Benutzer an der Abstimmung teilgenommen, täglich verzeichnet die Seite um die 100.000 Klicks. Doch so groß natürlich das Interesse ist, so massiv ist auch die Kritik an der öffentlichen Abstimmung.

Und die Kritik kommt nicht nur aus Richtung von Abtreibungsgegnern – auch grundsätzliche Befürwortergruppen erklärten: 'Es ist eine Beleidigung für alle Paare, die sich die Entscheidung wirklich schwer machen. Die Seite möchte den Eindruck vermitteln, als sei eine solche tief greifende Frage dazu geeignet, daraus eine Reality-TV zu machen.' Pete und Alisha aber argumentieren anders, sie sehen das demokratische Prinzip als Grundsatz der USA und verteidigen ihre Vorgehensweise.

In den letzten Tagen war der Nachrichtensender CNN damit beschäftigt, zunächst einmal die Frage zu klären, ob es sich bei der Abstimmung nicht um einen Scherz handeln könnte. Entsprechend wurde dem Sender ein aktuelles Ultraschall-Foto des Kindes übermittelt, das sich mittlerweile auch auf der Website findet. Noch bis zum 7. Dezember nimmt die Seite Abstimmungen über die Abtreibung entgegen – was dann passiert muss abgewartet werden.

Quelle: CNN.com
Bild: Birthornot.com, Anthony Easton(Flickr)

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