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Die lustigen Funde des FOUND Magazines

Mit der Internetseite FOUNDMagazine.com verfolgen zwei Amerikaner ein ungewöhnliches Hobby, sie sammeln und präsentieren Zettelchen, Notizen und Fotos, die irgendwann mal jemand wegschmiss oder herumliegen ließ. Aus einem Zufall ist eine Faszination geworden, aus dieser Faszination eine Leidenschaft. Herausgekommen sind bisher ein ebenso riesiges wie skurriles Archiv, sechs Ausgaben einer kultigen Zeitschrift und ein nationales Beststeller-Buch.

Vor einigen Jahren fand der FOUND Magazine-Gründer Davy Rothbars eine Notiz, die fälschlicherweise die Windschutzscheibe seines Autos erreicht hatte. Dort stand: "Mario, ich hasse dich verdammt noch mal, du sagst du müsstest arbeiten, warum dann ist dein Auto HIER, vor IHRER Wohnung?? Du bist ein verdammter Lügner, ich hasse dich verdammt noch mal, Amber. P.S.: Schreib mir später"

Davy war begeistert und zeigte die Notiz seinem besten Freund Jason Bitner. Die Resonanz weiterer Freunde war so überwältigend, dass sie sich entschlossen noch mehr "achtlose weggeworfene Schätze" aufzutreiben, die eine kleine Geschichte erzählen. Liebesbriefe, Hausaufgaben, Einkaufs- und To-Do-Listen, Gedankenfetzen oder Poesie auf Servietten, eben "alles, was einen flüchtigen Blick in das Leben eines anderen bietet" füllt seitdem die Seite und die Zeitschrift. Im Jahr 2001 erschien das FOUND Magazine zum ersten Mal, Anfang Dezember kam die sechste Ausgabe heraus. Außerdem sind drei "Dirty FOUND"-Editionen erschienen, mit schmutzigen Inhalten, die Davy Rothbars und Jason Bitner besonders lieben, wie sie sagen. Die Krönung ihres bisherigen Erfolges waren zwei Bücher zu ihren Sammlungen, von denen eines sogar zum Bestseller in den USA wurde.

Auf der Seite vom FOUND Magazine kann man über eine Stichwortsuche das Archiv einsehen. Skurril, rührend, interessant und belustigend, das sind die Funde meistens. Ein ganz normaler Einkaufszettel z.B. gibt zu lesen: "Milch, Orangensaft...Schweizer Käse..." bevor dann ganz unten in Klammern, quasi als Fußnote steht: "Ich liebe dich so sehr". Oder die nette Botschaft auf dem Auto eines Fremden: "Hey Leute, behaltet eure Frauen und Freundinnen in der Nähe von Steve im Auge. Er ist ein Mistkerl, der gerne mit den Frauen von anderen Leuten schläft". Auch sehr schön sind einfache Bekenntnisse wie "Ich liebe Transvestiten!" Inzwischen schicken Leute von überall ihre Funde an das FOUND Magazine, die Idee scheint für Sammler ebenso faszinierend zu sein wie für die Seitenbesucher und Leser.

- Einige der skurrilen Funde des FOUND Magazines

Das erste Buch zum FOUND Magazine ist mittlerweile auch in Deutschland unter dem Titel "Absender unbekannt" erhältlich und auch einen deutschen Online-Ableger gibt es schon, die Seite Absender-unbekannt.de beschäftigt sich mit Funden aus dem deutschsprachigen Raum. Was man gar nicht gedacht hätte, auch hier gibt es bereits eine ordentliche Sammlung, wenn sie auch an die Zettelwirtschaft vom FOUND Magazine noch lange nicht heranreicht.

Quelle: Fem.com, FOUND Magazine
Bild: FOUND Magazine

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