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Der Fake-Blog aus Syrien - Männer legen sich Schein-Indentitäten zu

Dass sich hinter den Identitäten von Personen im Internet nicht immer auch wirklich diejenigen verbergen, für die sie sich ausgeben, dürfte eigentlich zum Allgemeinwissen eines jeden halbwegs gebildeten Menschen sein - dennoch deckt der Fall um den Fake-Blog der angeblichen syrischen Bloggerin Amina Abdallah Arraf derzeit auf, wie schnell sich die Öffentlichkeit doch immer wieder hinters Licht führen lässt...

Was war geschehen? Mitten in die syrischen Unruhen, die derzeit von Präsident Bashar al-Assad blutig niedergeschlagen werden, meldete sich der vermeintliche Blog einer jungen lesbischen Frau namens Amina Abdallah Arraf zu Wort. Direkt aus der Hauptstadt Damaskus gab sie vor, unvermittelt über die Geschehnisse vor Ort und über sich und ihre sexuellen Vorlieben zu berichten. Die Medien stürzten sich weltweit auf den Blog und berichteten über die vermeintliche Freiheitsaktivistin.

Im Internet formierten sich Gruppen, die Aminas Blog 'A Gay Girl in Damascus' unterstützten und ihr Mut zusprachen. Doch nun kam heraus - hinter dem Blog verbarg sich keine unterdrückte junge Dame sondern der 40-jährige US-Amerikaner Tom MacMaster, derzeit wohnhaft im schottischen Edinburgh, von wo aus er seinen Botschaften ins Netz stellte. Nun zeigt er sich reumütig und entschuldigt sich für sein Tun. Er habe mit seiner Aktion lediglich seine Sicht auf die Geschehnisse im Nahen Osten aufmerksam machen wollen...

Ob ihm diese Entschuldigung durchgehen wird, darf bezweifelt werden. Hinzu kommt, dass ein weiterer Fall eines gefakten Internet-Blogs zeitgleich die Runde macht. Auch der Amerikaner Bill Graber gab sich ganze drei Jahre lang die Identität der ebenfalls vermeintlich lesbischen Paula Brooks und schrieb unter diesem Pseudonym auf dem Blog 'LezGetReal Lesbian' zahlreiche Einträge. Auf dem gleichen Blog hatte auch 'Amina' in letzter Zeit immer wieder gepostet.

Nach drei Jahren aber flog auch dieser Schwindel jetzt auf. Der Internet-Gemeinde fiel zunehmend auf, dass kein einziges Video-Interview von ihr zu finden war, auch auf Blogger-Treffs war sie als Einzige nie zugegen gewesen. Ganz offensichtlich gibt es nicht wenige Männer, die eine gewisse Schwäche für lesbische Bloggerinnen haben - durch die nun aufgeflogenen Fake-Versuche dürfte es in Zukunft schwierig sein, unter einer solchen Idendität noch ernst genommen zu werden.

Quelle: Netzwelt.de

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