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Das private WWW - Ausführliches Portrait durch Facebook-Profil

Ein französischer Facebook-Nutzer musste die tückischen Seiten des Web 2.0 am eigenen Leib spüren, als er in einer Zeitschrift ein ausführliches Portrait über sich selbst las. Das Magazin "Le Tigre" sammelte persönliche Daten des jungen Mannes aus Social Network Communities und bastelte dadurch einen ganzen Artikel.

Es muss ein ziemlicher Schock gewesen sein, von dem unfreiwilligen Portrait über sich selbst zu erfahren. In dem Artikel stehen nicht nur Informationen zum familiären Umfeld und Ex-Freundinnen des Facebook-Nutzers, man sieht ihn auch auf Fotos und erfährt Einzelheiten zu seinem Beruf und über seine Hobbies. Sogar seine Handynummer und seine Adresse waren abgedruckt, einzig und allein sein Nachnahme blieb unveröffentlicht.

Das Portrait habe ihm einige schlaflose Nächte bereitet, erzählte der Franzose in einem Interview. "Ich habe sofort alle Angaben über mich im Internet gelöscht", sagte er. So lange Seiten wie Flickr und Facebook nur für ihre vorgesehenen Zwecke genutzt werden, bleiben sie ein sozialer Spaß. Wenn man auf diese Art begreift, wie offen man eigentlich mit persönlichen Daten umgegangen ist, hat das einen unagenehmen Beigeschmack. Der Facebook-Nutzer war per Zufall ausgewählt worden für das Exempel, per Protest hat er zumindest erwirken können, dass seine Adresse nicht mehr in der Online-Version des Magazins "Le Tigre" zu finden ist. Die gedruckten Exemplare konnte er natürlich nicht stoppen.

Raphael Metz ist der Gründer der Zeitschrift "Le Tigre". Er wollte nach eigenen Angaben durch das Facebook-Portrait klar machen, welche Gefahren vom Reiz der Web 2.0-Communities ausgeht. "Sein Privatleben im Internet auszubreiten, ist gefährlich", sagte der Redakteur und kündigte an, dass es weitere Portraits ähnlicher Art geben wird. Welchen Einfluss solche Aktionen auf die Mitglieder von sozialen Netzwerken wie MySpace, StudiVZ oder Facebook hat, ist bei der Menge an Nutzern wohl kaum absehbar.

Quelle: Spiegel Online
Bild: daniel zimmel (Flickr)

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