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Cyberkriminelle vs. Gamer: Wenn reale "Endgegner" plötzlich das Bankkonto knacken

Online Gaming macht Spaß, denn man kann mit anderen Spielern interagieren, virtuelle Abenteuer bestehen und Traumwelten erobern. Doch immer häufiger entpuppen sich Games als Alptraum. Denn da, wo sich viele Nutzer tummeln und Firewalls teilweise gedankenlos abgeschaltet werden, finden sich auch immer "Gegenspieler", die das zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen - und zwar im realen Leben, außerhalb der virtuellen Game-Welt.

Online Gamer vermehrt Opfer von Cyberkriminalität

Kaspersky Lab, russischer Hersteller für professionellen Virenschutz, konnte in einer Untersuchung feststellen, dass Online-Spieler circa zehn E-Mails pro Tag mit schädlichen Links oder Anhängen erhalten. Hinzu kommen rund 500 Browser-basierte Angriffe, die explizit gegen Gamer gerichtet sind. Inzwischen verzeichnet Kaspersky 5.000 Schadprogramme pro Tag, die auf Online-Spiele abzielen.

Achtung bei F2P-Spielen

Diese negative Entwicklung wird derzeit durch den Boom von F2P-Spielen (Free to Play) sogar noch befeuert. Denn bei dieser Art von Game kauft eine Vielzahl von Spielern ihre sogenannten Game Items direkt über Paypal, anstatt über die deutlich besser zu kontrollierende Dauerbanküberweisung.

Ungeliebte Mitspieler: Phishing, Spam & Trojaner

Zu den Ingame-Gefahren kommen Phishing-Mails, die auf gefälschte Herstellerseiten verlinken, wo die Spieler dann ihre vermeintlich sicheren Account-Daten preisgeben und damit sensible Informationen in falsche Hände gelangen. Allein 15 Millionen Mal wurden Online-Spieler, laut Kaspersky, im Jahr 2012 aufgefordert, Phishing-Webseiten zu besuchen, die vorgaben, die Seite eines der größten Hersteller von Online-Spielen zu sein. Ebenso konnten pro Tag bis zu 50.000 Phishing-Versuche über so genannte "Redirects" gezählt werden. Die auf diese Weise erschlichenen Daten und Accounts sind ein einträgliches Geschäftsmodell für gut organisierte Netzkriminelle. So finden sich auf Ebay beispielsweise gestohlene World-Of-Warcraft-Accounts, die den Dieben pro Stück teilweise bis zu 500 Euro einbringen.

Wer sich über weitere Gefahren-Typen informieren möchte, kann dies auf botfrei.de tun.

Virenschutz-Hersteller auf den Plan gerufen

Die großen Virenschutzhersteller haben das Problem bereits erkannt und bieten zielführende Lösungen, die das Problem eindämmen sollen. So gibt es bei vielen Internet Security-Programmen neben den üblichen Anti-Malware- und Anti-Viren-Funktionen sowie Firewalls einen "Game Modus". Er erlaubt eine automatische "Schädlingsabwehr" selbst dann, wenn man im Netz auf den Games Server zugreift. Die Schutzsoftware ist in der Lage, offene und ungesicherte Stellen zu identifizieren und Viren entsprechend abzuwehren. Der Game Modus lässt sich bei den meisten Herstellern auf verschiedenste Spiele anpassen.

Das Ende eines Gamer-Gerüchtes

In der Gamer-Szene hält sich seit jeher das hartnäckige und überkommene Gerücht, dass Schutzmaßnahmen wie Firewalls die Pings in Zeiten von Intel Core I5 und DSL 16k+ als Standard-Ingame verlangsamen und so das Spielerlebnis schmälern. Früher, in der Generation von 2x2 4 GHZ, 3 GB RAM-Speichern und 3000er DSL-Leitungen, mag das Problem, der leistungsfressenden Sicherheitsprogramme vielleicht zugetroffen haben. Doch das hat sich geändert. Heute stehen den meisten Gaming Computern 4 bis 8 Kerne mit Hyper-Threading (von denen meist nur 2 - 4 von Spielen genutzt werden) à übertakteten 4 GHZ & 16 GB RAM mit einer Taktung von 1600 MHZ zur Verfügung.

Moderner, ganzheitlicher Schutz überzeugt Gamer

Aus diesen Gründen vertrauen zahlreiche Spieler Antivirenprogrammen bis heute nicht. Wahr ist, dass einzelne Sicherheitsprogramme einander blockieren können. Gesamtkonzepte, wie z. B. die Internet Security Suiten greifen jedoch ineinander und benötigen nicht zuletzt deshalb auch deutlich weniger Leistung. Leistung, die dann für ein sicheres Game-Erlebnis zur Verfügung steht.

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