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CD's vor dem Untergang?

Der Kölner Stadtanzeiger macht sich Sorgen um die CD. So schreibt er, dass im März 1983 die ersten CD-Player auf den Markt kamen, wobei Philips und Sony die Pioniere waren und man zum ersten Mal aus rund 150 Titeln wählen konnte, ohne sich über ein Knistern zu ärgern. 15 Jahre später kam schließlich die DVD.

Und nun? MP3-Formate und Internet-Downloads scheinen die kleinen runden Scheiben zu verdrängen. Festplatten sollen die neuen Speichermedien der Zukunft sein, so Bill Watkins, Chef des Festplattenherstellers Seagate. Doch Andreas Hoffman, Geschäftsführer bei Primera Technology, dem weltweit führenden Hersteller von CD-, DVD- und Blu-ray-Kopiersystemen, sieht das alles ganz anders: "Völliger Blödsinn! Wie viele Leute haben denn eine DSL-Flatrate und sind bereit, jeden Monat 50 oder 60 Euro hinzublättern, nur um ab und zu mal einen Song oder eine TV-Sendung herunterzuladen?“ Schließlich wolle man auch den Kuschelrock-Mix für die Freundin nicht in Form eines wiederbeschreibbaren USB-Sticks überreichen wollen.

Tatsächlich: Kein Grund zur Panik. Laut Gesellschaft für Konsumforschung kauften die Deutschen im letzten Jahr 103,3 Millionen bespielte DVDs - ein Anstieg von 2,6% gegenüber 2006. „Jedem in der Branche ist klar, dass die Verbreitung von Musik und Filmen über das Internet künftig eine wesentliche Rolle spielen wird“, erklärt Oliver Trettin, stellvertretender Geschäftsführer beim Bundesverband audiovisuelle Medien. Noch gebe es keine einfach zu bedienende und preisgünstige Alternative, die auch noch eine befriedigende Auswahl biete. Gerade die Deutschen seien aber ein "Volk von Jägern und Sammlern, die wollen sich ihre Schätze zuhause ins Regal stellen, möglichst in einer attraktiven Sonderedition.“

Was kann man in Zukunft also machen, um die klassischen Datenträger mit der medienhungrigen Generation zu vereinbaren? Eine Möglichkeit stellte Primera zur Verfügung, welche einen Terminal vorstellten, an dem der Kunde sich seine Wunsch-CD oder DVD zusammenstellen und auch gleich brennen kann. Musik-CDs und Filme könnten praktisch überall angeboten werden. Primera-Chef Hoffmann dazu: "Das ist Video on Demand im wahrsten Sinne des Wortes. Damit lassen sich auch Nischenmärkte kostengünstig bedienen - zum Beispiel mit türkischen Sprachversionen von Kinofilmen oder Hörbüchern für Kinder, die man sich auf dem Weg in den Urlaub an der Tankstelle selbst brennen kann.“ Das Unternehmen verhandle derzeit mit potenziellen Anbietern.

Hoffman ist überzeugt, dass die CD noch nicht ausgesorgt hat: „Die CD ist nach wie vor ein ausgezeichnetes Medium: Bequem zu beschreiben, widerstandsfähig, günstig in der Anschaffung. Ich sehe nicht, was sie derzeit ersetzen sollte.“

Also, bis unsere geliebten CD's verschwinden, was in Zukunft sicherlich passieren wird, haben wir noch ein wenig Zeit, die wir mit ihr gemeinsam verbringen können.

Bild: Farol Tomson (Flickr)

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