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Boobstagram vs Brustkrebs - Mammographien nicht vergessen

Die Welt kennt mittlerweile Instagram, was aber bitte soll Boobstagram sein? Der Name sagt es schon: Es sind Bilder von Brüsten.

Und warum gibt es jetzt diesen Brust-Instagram-Ableger? Die Aktion will einen wissenschaftlichen ja sogar gesellschaftlichen Hintergrund haben, es geht hier also nicht nur um Voyeurismus... Zwei Franzosen haben die Boobstagram-Seite erschaffen, um auf die Gefahren von Brustkrebs aufmerksam zu machen, so lautet der Titel: "Die Brüste im Web zu zeigen ist gut, die Brüste dem Arzt zu zeigen ist besser!"

So erklären die Macher auf der Seite, dass zehn Prozent der Kosten des französischen Gesundheitswesens jährlich für die Therapie von Brustkrebs ausgegeben würden. Allein in diesem Jahr würden 50.000 Frauen in Frankreich daran erkranken und 11.000 daran sterben. Das übersteige die Zahl der Verkehrstoten um das 14-fache. Es muss also gehandelt werden.

Mittlerweile gefällt die Boobstagram Seite über 11.000 Menschen und immer mehr User schicken Bilder von Brüsten an Boobstagram. Aber Experten sind sehr kritisch.

So erläutert die Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe, Doris Kiefhaber: "Ich kann hier keine Kampagne erkennen. Es gibt keinen klaren Hinweis auf die Wichtigkeit von Selbstuntersuchungen und Mammographien. Der eine Satz ist zu wenig, ich vermisse den Zusammenhang." Außerdem sei die Zielgruppe völlig falsch gewählt: "Die junge Generation wächst mittlerweile mit einem Bewusstsein für die Problematik Brustkrebs auf. Die Situation hat sich in dieser Altersgruppe stark verbessert. Niedrige Untersuchungsraten gibt es vermehrt bei Frauen mit Migrationshintergrund. Bei Dreifachbelastung durch Kinder, Beruf und Haushalt wird ebenfalls oft auf die Untersuchung vergessen", so weiter Kiefhaber. Und eben diese Zielgruppe sei weniger auf Facebook, Twitter & Co, wo Boobstagram unter anderem eben sehr präsent sei.

Mit Sicherheit werden die Bilder von Brüsten von vielen nicht nur hochgeladen und angeschaut, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen oder erinnert zu werden. Aber wenn auch nur ein Drittel der User die Aktion als solche auffasst, liked und man darüber berichtet und spricht, ist es doch auch schon etwas, oder?....

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