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Bitcoin: Digitale Währung mit enormer Rendite beschert Einzelnen Reichtum

Bitcoins - anfänglich belächelte Nerd- und Hackerwährung, gegenwärtig Gesprächsthema enormer Rendite eines digitalen Geldrauschs: Generierbar mit geringem Aufwand in einem Netzwerk vom heimischen PC aus, eintauschbar in echtes Geld an Onlinebörsen, wo der Kurs einer Bitcoin aktuell bei mehr als 1000 Dollar bzw über 800 Euro liegt!

Bitcoins wurden im Januar 2009 als neues Bezahlmodell im Internet entwickelt und sind virtuelles Geld, das dezentral in einem Computernetz anhand kryptographischer Schlüssel generiert und verwaltet wird. Die digitale Währung wurde anfangs schnell in Hackerkreisen populär, ist sie offen dokumentiert, anonym und nicht rückverfolgbar. Seit 2010 wurden erste Wechselkurse in den Bitcointalk-Foren ausgehandelt, nun ist ein Geldeintausch gegen andere Währungen an Onlinebörsen möglich.

Jüngst verbreitete sich die Meldung eines Mannes aus Wales, der vor etwa einem halben Jahr seine Festplatte auf den Müll warf. Später fiel ihm ein, dass sich unter seinen ausgemisteten Daten auch seine virtuelle Geldbörse mit 7 500 Bitcoins befand - aktuell ein Gegenwert in Höhe mehrerer Millionen britische Pfund.

Kristoffer Koch, ein Student aus Norwegen, war nicht ganz so vergesslich: Er tauschte vor fünf Jahren 27 Dollar in damals umgerechnet 5 000 Bitcoins, die heute mehrere Millionen wert sind. Ein Fünftel seines Guthabens tauschte er unlängst ein und erwarb davon eine Eigentumswohnung in Oslo.

Auch die Fonds der Unterstützer von WikiLeaks oder Edward Snowden akzeptieren seit jeher Spenden in Form von Bitcoins und dürften sich nun an der gewaltigen Geldvermehrung erfreuen.

Trotzdem sollte die extreme Vermögensverteilung nicht unerwähnt bleiben: Etwa 45 Prozent des Bitcoin-Vermögens verteilen sich auf ca. 0,5 Prozent aller Bitcoin-Anwender. Diese dürften Entwickler, Nerds oder Hacker aus den Gründertagen sein, die in den Anfangstagen Bitcoins generierten. Gut die Hälfte des Gesamtvermögens verteilt sich damit auf das obere halbe Prozent von etwa 1 000 Konten aller Bitcoin-Adressen, wohinter nicht einmal 1 000 Konteninhaber stehen werden. Dem gegenüber steht exemplarisch die Hälfte des schuldenbereinigten Privatvermögens in Deutschland bei zehn Prozent aller deutschen Haushalte.

Infolgedessen versechsfachte sich die Anzahl aller Bitcoin-Adressen seit Jahresbeginn. Wer Bitcoins virtuell handeln will, braucht eine solche Bitcoin-Adresse, jedoch ist die Summe aller Bitcoins methodisch beschränkt und die Erzeugung neuer Schlüssel immer schwieriger. Die Nachfrage steigt und der Wechselkurs explodiert.

Doch auch virtuelles Spekulieren trifft auf reale Versteuerung: Spekulationsgewinne aus kurzfristigen An- und Verkäufen von Bitcoins müssen in Deutschland versteuert werden, stellte der Bundestag kürzlich fest.

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