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Bing koopiert mit Baidu: Pfeift Microsoft auf Menschenrechte?

Microsoft will den chinesischen Markt erobern, die Suchmaschine Bing kooperiert nun mit dem chinesischen Suchmaschinenanbieter Baidu. Menschenrechtler kritisieren diese Entscheidung und werfen Microsoft Heuchelei vor. Die Firma von Bill Gates sieht in der Zusammenarbeit aber nicht schlimmes.

Wer in China demnächst Baidu nutzen möchte, erhält dann neben den chinesischen Ergebnissen auch englischsprachige Vorschläge von Bing. Aber wie das komplette Internet in dem riesigen Staat, werden wohl auch die Ergebnisse des US-Anbieters zensiert sein. Nun fragen Kritiker, ob Microsoft das Geschäft wichtiger ist als die Menschenrechte.

Im vergangenen Jahr noch hat Google seine Arbeit in China beendet, weil es einen Streit um Cyberspionage gab. Der Suchmaschinen-Marktführer verlegte seinen Sitz nach Hongkong. Microsoft stürmt nun mit Bing in diese Lücke und macht sich damit keine Freunde. Schon früher ließ Microsoft in der chinesischen Version seiner MSN-Suche Worte wie 'Demokratie' oder 'Freiheit' blockieren.

Die Süddeutsche berichtet jetzt, dass es Microsoft außerdem stets vermieden habe, den chinesischen Staat für die Zensurpolitik zu kritisieren. Bill Gates argumentierte damals, dass es einfach sei, die Zensur zu umgehen. Es sei wichtig, dass das Internet in China floriert. Kritiker warfen dem Milliardär deswegen Heuchelei vor. Wie der Microsoft-Vorstand aber tatsächlich tickt, das verdeutlicht wohl eher ein Zitat von Rechtsvorstand Brad Smith, der 2006 sagte: 'Wir wollen lieber rund um die Welt präsent sein, als nicht.' Also scheint Microsoft sich tatsächlich mehr für das Geschäft mi Baidu zu interessieren, als für die Menschenrechte.

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