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Aufruf von Schriftstellern weltweit - Demokratie im digitalen Zeitalter

Appell an die Demokratie: 560 Schriftsteller aus aus 83 Ländern weltweit - darunter auch fünf Literaturnobelpreisträger - protestieren mit einem internationalen Aufruf gegen die systematische Überwachung durch Geheimdienste im Internet und fordern eine "Internationale Konvention der digitalen Rechte".

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Umberto Eco, Tom Stoppard, Paul Auster, Jonathan Littell, J. M. Coetzee, Elfriede Jelinek, T. C. Boyle und Peter Sloterdijk. Sie fordern, dass jeder Bürger das Recht dazu haben müsse, mitzuentscheiden, ob und in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert oder ausgewertet werden dürfen. Von den Vereinten Nationen fordern sie die Ausformulierung einer "Internationalen Konvention der digitalen Rechte".

In der vergangenen Zeit ist immer klarer geworden, wie ungeheuer groß das Ausmaß der Überwachung ist, der wir alle ausgeliefert sind. Staaten und Konzerne missbrauchen technologische Entwicklungen massiv für ihre Zwecke und es reichen bereits wenige Maus-Klicks um Mobiltelefone, E-Mails, soziale Netzwerke oder besuchte Internet-Seiten auszuspähen. Kommerzielle Internet-Anbieter können mittlerweile nicht nur unser Konsumverhalten sondern insgesamt unser Verhalten vorhersagen.

Dabei ist die "Unverletzlichkeit des Individuums" eigentlich eine der tragenden Säulen der Demokratie und die Würde eines Menschen definiert sich nicht nur über dessen Körper. Alle Menschen sollten das Recht darauf haben, frei und unbeobachtet bleiben zu können - in ihren Gedanken, ihren Privaträumen, ihren Briefen, E-mails und in ihren Gesprächen.

Die Schriftsteller fordern daher von allen Staaten und Konzernen, dass jeder Bürger das Recht bekommen soll mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß und von wem persönliche Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden. Darüber hinaus soll ein jeder ein Recht darauf haben zu erfahren, wo und zu welchen Zwecken seine persönlichen Daten gesammelt werden und die Möglichkeit bekommen, seine Daten auch wieder löschen zu lassen, sollten die Daten illegal gesammelt und gespeichert worden sein. Die Bürger hingegen sollten diese Rechte stets verteidigen.

Die Vereinten Nationen werden von den Unterzeichnern der Aktion aufgerufen, die Bedeutung der Bürgerechte im digitalen Zeitalter anzuerkennen und eine für alle geltende, verbindliche "Internationale Konvention der digitalen Rechte" zu verabschieden.

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