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Alltag 2.0 - mehr skurile Internetseiten und Web-Geschichten

Das Internet drängt sich inzwischen in alle denkbaren Bereiche des alltäglichen Lebens. Man kann den Partner fürs Leben kennenlernen, alte Freunde wieder finden, seine Geschäfte abwickeln oder der Star seines eigenen YouTube-Spektakels sein. Nun zeichnen sich aber weitere Trends ab: Nachbarschaftsstreit, Scheidungskrieg oder der Weg zu Gott, alles online.

Wer kennt es nicht? Laute Musik, komische Gerüche, Gestöhne vom Sex und allerlei nervende Eigenheiten. Nachbarschaftskriege sind mehr in Mode denn je, tägliche TV-Berichte und sogar eigene Doku-Soaps beweisen das. In San Diego (USA) kam der 27-jährige Programmierer Brant Walker nun auf die Idee, dem Thema eine eigene Internetseite zu widmen.

Auf www.rottenneighbor.com lassen sich zahlreiche Menschen täglich über das unliebsame Treiben ihrer Nachbarn aus. Es werden Namen, Postleitzahl und Straße angegeben und über "GoogleMaps" werden die Häuser der Übeltäter mit einem roten Punkt markiert. Da wird über den Drogenmissbrauch der Blondine von nebenan gelästert oder der Typ von gegenüber denunziert, dessen Hunde überall ihr Geschäft verrichten. Fotos, Videos und Kommentarfunktion unterstützen in typischer Web 2.0-Manier.

Ähnlich bloß stellen wollte die betrogene Tricia Walsh Smith wohl ihren Noch-Ehemann, den Broadway-Riesen Philip Smith. Sie stellte auf YouTube ein Hass-Video online. Private Details, etwa über seine Seitensprünge mit der Sekretärin oder die Erbschleicher-Verwandschaft, sind momentan der Renner auf der Videoplattform.

Das Rache-Video der betrogenen Tricia Walsh Smith



Nun gut, es muss ja nicht alles immer mit Demütigung und Rachegelüsten zu tun haben, was das moderne Internet hervorbringt. Inzwischen haben schließlich auch die Religionen und ihre Anhänger den Weg ins Web 2.0 gefunden. So gibt es z.B. das sittliche YouTube-Pendant GodTube, das Videos im Sinne der Christlichkeit verbreiten will. FaithTrip bietet ein soziales Netzwerk, das an StudiVZ oder Facebook erinnert, auf dear-god.net werden hingegen Wünsche und Gebete gesammelt.

So können z.B. religiöse Videos auf GodTube aussehen



Was gibt es eigentlich nicht im Internet? Gottesdienst, Scheidungskrieg und Nachbarschaftsstreit sind jedenfalls im Web angekommen und setzen vermutlich nur die Weichen für noch viel extremere Trends der Zukunft.

Quellen: netzeitung.de, testticker.de, stern.de

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