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Abtreibung online: Website bietet Schwangerschaftsabbrüche an

Womenonweb.org bietet ungewollt schwangeren Frauen online-Abtreibungen an. Es klingt schier unglaublich einfach: Mail- und Post-Adresse eingeben, 70 Euro bezahlen, einen Fragebogen beantworten und schon werden die Abtreibungspillen ins Haus geliefert. Wer kein Geld hat, kann eine Spende beantragen und bekommt den Schwangerschaftsabbruch kostenlos.

Es könnte ein makaberer Scherz sein, ist es aber nicht. Hinter der Website der Online-Abtreibungen steht die niederländische Frauenrechtsorganisation "Women on waves". Sie setzt sich unter anderem für ein Recht auf Abtreibung für Frauen in allen Ländern ein. Mit der Online-Abtreibung möchten die Initiatoren möglichst vielen Frauen eine verhältnismäßig wenig gesundheitsgefährdende Abtreibung ermöglichen. "Alle sieben Minuten", so heißt es auf der Website, "stirbt eine Frau unnötigerweise an den Folgen einer illegalen Abtreibung."

Doch ungefährlich ist auch der Schwangerschaftsabbruch mit Medikamenten nicht - vor allem, wenn er zu Hause durchgeführt und nicht von einem Arzt kontrolliert wird. Laut einer Studie muss jede zehnte Frau, die eine Do-it-yourself-Abtreibung gemacht hat, hinterher ärztlich behandelt werden.

Auf womenonweb.org geht es aber noch um mehr als den Zugang zu Abtreibungsmedikamenten. Frauen, die diese Erfahrung bereits hinter sich haben, tauschen sich hier aus. In einer Community erzählen sie von sich. Die Geschichten ähneln sich: Zu jung für ein Kind, Angst vor der Reaktion der Eltern, Angst vor Armut sind viel genannte Gründe für Abtreibungen. Schuldgefühle sind die Folge. Viele der Frauen, die sich auf der Seite für Online-Abtreibung offenbaren, leben in Ländern, in denen Schwangerschaftsabbrüche verboten sind - Polen, Portugal, Brasilien oder in arabischen Ländern.

Quelle: womenonweb.org, welt.de
Bild: womenonweb.org

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