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25 Jahre Handy

Mittlerweile nutzen 3,3 Milliarden Menschen das Handy. War es vor 25 Jahren noch ein Luxusartikel, welches nicht nur unbezahlbar, sondern auch schwer und recht unschick war, gehört es nun schon fast zum Standard. Fast jeder hat ein Handy: Vom Opa, der es zu seinem 60.Geburtstag geschenkt bekommt - "Damit du immer erreichbar bist; nein SMS brauchst du nicht" - bis hin zum 6-Jährigen - "Mama, darf ich heute bei Peter schlafen?"...

Heute sind Handys nicht nur schicker und leichter als vor 25 Jahren, sondern verfügen über Dienste, die man vor einem Vierteljahrhundert nicht für möglich gehalten hätte. Vom Musikabspielen, Fotografieren & Filmen bis hin zu Internetanschlüssen und TV... alles geht mit den neuen Handys.

Doch wie fing alles an? Am 13. Juni 1983 brachte Motorola das erste Handy auf den Markt. Für 3500 Dollar konnte man den bimmelnden Knochen, welcher 800 Gramm wog, kaufen. Das Ding war länger als eine DIN-A4-Seite und der Akku war nach einer halben Stunde Redezeit leer. Ganz toll... Schnell war klar, da muss was neues her.

"Unser Traum war es, dass eines Tages niemand mehr über ein gewöhnliches Telefon anrufen wird", erinnert sich der Erfinder des ersten Handys, Martin Cooper. Einige Wochen später stand Martin Cooper auf einer Straße in New York und rief mit seinem Prototypen triumphierend die Konkurrenzfirma AT&T an. Zehn Jahre dauerte es dann noch, bis das erste mobile Telefon klein genug und reif fürs Massenpublikum war. "Die Leute dachten, ich sei verrückt", sagt Cooper. "Weil ich an ein Telefon dachte, das man einfach in die Tasche stecken kann."

Von wegen verrückt, dieser Mensch hat eine Weltbevölkerung mobil gemacht und jeder steckt mindestens ein Handy in eine Tasche. So erläutert auch Kommunikationsforscher Scott Campbell von der Universität Michigan, dass das Telefonieren eine neue Bedeutung bekommen hat. "Jemand ruft nicht mehr irgendein Haus oder Büro an, sondern gezielt eine bestimmte Person. Das Handy ist revolutionär. Es hat unser Sozialleben und den Arbeitsmarkt verändert."

"Handygespräche schmieden soziale Bande. Die Menschen reden mehr miteinander, weil sie es überall und immer tun können." fügt Soziologe David Hachen von der Universität Notre Dame in Indiana hinzu. US-Amerikaner etwa unterhalten sich im Schnitt sieben Stunden pro Monat über das Handy.Das Handy kann eben alles. Hachen: "Es ist Fernseher, Tageszeitung, Faxgerät, Fotoapparat, Kreditkarte und persönlicher Manager."

Wenn es nach dem Willen seines Erfinders gehen würde, dann würde das ganze noch weiter gehen: "Das Telefon sollte Teil des Menschen werden – vielleicht unter der Haut hinterm Ohr."

Hmmm... Mr. Cooper, Ihre Erfindung vor 25 Jahren in allen Ehren, aber so weit möchten wir dann doch noch nicht denken. Lieber lassen wir das Handy erstmals in der Tasche.

Quelle: Welt-Online
Bild: Gaetan Lee (Flickr)

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